• In den meisten Kantonen hat am Montag die Schule wieder begonnen.
  • Eine Maskenpflicht für Schüler gilt jedoch nicht in jedem Kanton.
  • Eltern und Wissenschaftler zeigen sich deshalb besorgt.

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Am Montag hat für die meisten Kinder in der Schweiz die Schule wieder begonnen – und das in vielen Kantonen ohne Maskenpflicht und regelmässig durchgeführte Corona-Tests. In den USA hat die Zahl der wegen einer Corona-Infektion hospitalisierten Kinder einen neuen Höchststand erreicht. Für manche Schweizer Eltern und Wissenschaftler ist das ein Grund zur Sorge.

Experte rät zum Tragen einer Maske

Wie "20min.ch" den Direktor des National Institute of Health, Francis Collins, zitiert, seien in den USA aktuell 1450 COVID-erkrankte Kinder im Krankenhaus. Die Kinderärzteschaft habe ihm zudem mitgeteilt, dass es sich zunehmend um schwere Fälle der Erkrankung handeln würde. Genaue Daten dafür gebe es bislang aber noch nicht.

Collins rät den Griff zur Atemschutzmaske: "Das ist kein Eingriff in die persönliche Freiheit, sondern ein lebensrettender Ratschlag. Eine Maske ist zwar unbequem, doch die Kinder halten das aus." Eine Rückkehr zum Home-Unterricht wolle man unbedingt vermeiden.

Distanzunterricht so effektiv wie die Sommerferien

Eine Studie hat ergeben, dass Distanzunterricht einen ähnlichen Effekt auf den Lernerfolg hat wie Sommerferien. Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen - das Ergebnis ist ernüchternd.

Aktivist fordert Luftreinigungsgeräte in Klassenzimmern

Da auch im Nachbarland Deutschland die Infektionen mit der Delta-Variante bei unter 25-Jährigen stark ansteigen, machen sich auch einige Eltern in der Schweiz Sorgen. Kinder unter zwölf Jahren können sich schliesslich noch nicht mit einer Impfung schützen. Rui Biagini von der Initiative "Protect the Kids" fordert deshalb die Installation von Luftreinigungsgeräten in Klassenzimmern – auch eine Petition an die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren hat der Aktivist bereits ins Leben gerufen.

Immer mehr Kinder von Long-COVID betroffen

Neurowissenschaftler Dominique de Quervain befürchtet eine Durchseuchung, würden jetzt keine Massnahmen ergriffen werden. Ihm zufolge seien zwei bis zehn Prozent der infizierten Kinder zudem von Long-COVID betroffen, sie würden deshalb unter "anhaltender Müdigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen" leiden.

Gesundheitsminister Alain Berset sieht die Situation stattdessen noch gelassen. "Kinder sind nicht gefährdet, sie erkranken fast nie schwer", zitiert ihn "20min.ch" aus einem Interview mit der "SonntagsZeitung".  © 1&1 Mail & Media/spot on news