Viele Schweizer scheinen sich in Zeiten der Corona-Pandemie einen Tapetenwechsel zu wünschen. Die Nachfrage nach Immobilien in den Bergen als Zweitwohnsitz steigt.

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Trotz der hohen Corona-Infektionszahlen scheinen manche Teile der Schweiz von der Pandemie zu profitieren. Wie in der SRF-Radiosendung "Regionaljournal Graubünden" thematisiert, können sich vor allem Bergregionen über wachsendes Aufenthaltsinteresse freuen.

Die Menschen scheint es in Zeiten der Krise in die Natur zu ziehen. Die Nachfrage an Zweitwohnsitzen steigt, wie unter anderem Sandro Hofmann aus Flims im Kanton Graubünden bestätigt. "Wir konnten praktisch alle Wohnungen verkaufen, welche wir in unserem Portfolio hatten", erklärt der Geschäftsführer des Immobilien- und Architekturbüros Hofmann und Durisch.

Markus Testa, Immobilien- und Bauunternehmer aus St. Moritz, berichtet über eine ähnliche Entwicklung im Oberengadin. Dort sei bereits im Frühjahr die Nachfrage nach Eigentum in die Höhe geschnellt.

Woher das plötzlich aufkeimende Interesse für Immobilien in Bergregionen rührt? Ein Grund dürfte wohl die durch die Krise vorangetriebene Möglichkeit des Homeoffice sein. Auffällig: Viele, die in den vergangenen Monaten nach einer Bleibe im Grünen suchten, hätten Wert auf ausreichend Platz für ein mögliches Heimbüro gelegt.

Ist Teilzeitwohnen die Zukunft?

"Die Nutzung der Zweitwohnungen in Berggebieten war sehr, sehr stark", sagt unterdessen Peder Plaz über die Situation in den Sommermonaten. Offizielle Zahlen lägen dem Leiter des Bündner Wirtschaftsforums zwar nicht vor, man gehe aber davon aus, dass die Nutzung von Zweitwohnungen um ganze 30 Prozent gestiegen ist.

Plaz erachte das Teilzeitwohnen in den Bergen künftig als durchaus möglich. Zwar erwarte der Unternehmer keinen Boom, aber "eine Mischung aus naturnahem Wohnen und tageweisem Arbeiten in der Stadt". Realisierbar sei dies seiner Meinung nach vor allem aufgrund der neuen gesellschaftlichen Strukturen, die nun "mehr Freiheiten zulassen" würden.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Der Sicherheitsabstand in der Coronakrise könnte uns bis 2022 erhalten bleiben

Forscher warnen davor, angesichts sich stabilisierender Infektionszahlen im Umgang mit dem Coronavirus leichtsinnig zu werden. Aus purer Ungeduld den mittlerweile eintrainierten Sicherheitsabstand aufzugeben, berge grosse Gefahr. Denn noch seien im Zusammenhang mit der Verbreitung von COVID-19 zentrale Fragen unbeantwortet. (Teaserbild: picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa)