• Der Schulstart in der Schweiz wirft einige Fragen auf.
  • Aus Sorge um Schüler und Lehrkräfte beginnt in einigen Kantonen erst später der Präsenzunterricht.
  • Auch das Thema Schulschliessungen spielt wieder eine Rolle.

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In den meisten Schweizer Kantonen beginnt am Montag (4. Januar) wieder die Schule. Trotz hoher Corona-Fallzahlen setzen die meisten Einrichtungen nach wie vor auf Präsenzunterricht. "Die Schulen bleiben offen, solange uns die Wissenschaft grünes Licht gibt", wird Silvia Steiner, Zürcher Bildungsdirektorin und Präsidentin der Eidgenössischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) von "Blick.ch" zitiert. Ein Thema bereitet dabei allerdings Sorgen: das mutierte Coronavirus.

Unter Einhaltung der Auflagen und Schutzkonzepte sei der Präsenzunterricht weiterhin möglich, sagt Steiner. Demnach hätten "angesichts der mutierten Virenstämme zusätzliche Absprachen mit epidemiologischen und pädiatrischen Fachstellen" stattgefunden. Im Kanton Zürich startete deshalb am Montag zunächst die Primarschule. Die Sekundarstufe II, Mittelschulen sowie Berufsfachschulen beginnen dort erst in einer Woche wieder mit dem Unterricht.

Darum beginnen Primarschüler früher mit dem Unterricht

Ähnlich sieht es in den Kantonen Basel, Luzern und Zug aus. In Bern geht es in einer Woche wieder los. In Nidwalden und Solothurn beginnt der Unterricht erst in drei Tagen. "Mit dieser Massnahme erhoffen wir uns, dass keine unwissentlich erkrankten Schülerinnen und Schüler den Unterricht besuchen und so das Risiko von Infektionsketten im schulischen Umfeld reduziert wird", erklärt der Nidwaldner Bildungsdirektor Res Schmid dem "SonntagsBlick".

Einen gestaffelten Schulbeginn gibt es etwa auch in Aargau und St. Gallen, heisst: Primarschüler drücken dort ab sofort wieder die Schulbank. Schüler der Sekundarstufe II haben in Aargau bis zum 8. Januar Fernunterricht. In St. Gallen müssen Mittelschüler erst ab 15. Januar wieder zum Präsenzunterricht.

"Primarschüler sind gemäss medizinischem Erkenntnisstand keine Verbreiter des Virus. Andererseits sind sie in besonderem Mass auf den Lern- und Sozialisierungsprozess im direkten Austausch angewiesen", begründet der St. Galler Bildungsdirektor Stefan Kölliker den Start für die Primarschule.

Schulschliessungen und Mangel an Lehrkräften

Dagmar Rösler, Präsidentin des Schweizer Lehrerverbands, warnt jedoch vor einem heftigen Ausbruch des mutierten Coronavirus und damit einhergehenden Schulschliessungen: "Wir müssen auf der Hut sein. Falls das mutierte Virus die Fallzahlen nach oben treibt, muss eine erneute Schliessung der Schulen diskutiert werden." Der Fokus müsse jetzt vor allem auf dem Schutz von Schülern und Lehrkräften liegen.

So habe der Kanton Zürich bereits seit Monaten mit "erkrankten Lehrkräften" zu kämpfen, sagt Christian Hugi, Präsident des Zürcher Lehrerverbands. Diese zu ersetzen, erfordere "grosse Mühe". Die Folge: "Lehrkräfte, auch jene, die zur Risikogruppe gehören, müssen um jeden Preis im Einsatz stehen."  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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