• Im Winter hat die Grippe normalerweise Hochkonjunktur.
  • Wegen der Corona-Massnahmen bleiben Husten, Fieber und Co. dieses Jahr aber den meisten erspart.
  • Das Ausbleiben der Grippewelle könnte aber auch negative Folgen haben.

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Die Grippesaison ist momentan in vollem Gange. Allerdings ist davon wenig zu spüren, wie Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zeigen. Während 2020 allein in der dritten Januarwoche 557 Schweizer an der Grippe erkrankt waren, sieht das 2021 ganz anders aus. Lediglich zwei Infektionen wurden gemeldet.

Grund für das Ausbleiben der Grippewelle seien die aktuellen Massnahmen, erklärt Immunologe Daniel Speiser von der Universität Lausanne "Blick.ch". Regeln wie das Abstandhalten, "helfen uns, die Übertragungsketten zu unterbrechen. Das ist ein wichtiger und vor allem auch positiver Effekt in der aktuellen Situation."

Corona-Massnahmen helfen auch gegen die Grippe

Auch Esther Hilfiker, Ärztin und Präsidentin der Ärztegesellschaft des Kantons Bern, bestätigt den Rückgang von Grippe-Erkrankten. "Wir beobachten derzeit keine Grippewelle wie in anderen Jahren", sagt die Ärztin.

Übliche Infektionsherde wie der ÖV würden in der aktuellen Situation kaum eine Gefahr darstellen. Das wirke sich natürlich auch auf die Grippe-Infektionszahlen aus: "Die vielen verschiedenen Massnahmen haben geholfen, dass wir in diesem Winter praktisch grippefrei unterwegs sind", erklärt Hilfiker.

Zudem hätten sich in dieser Saison mehr Menschen gegen Grippe impfen lassen. "Wir hatten im Herbst so viele Anfragen wie noch nie", sagt Hilfiker. Auch Jugendliche und junge Erwachsene, die eigentlich nicht zur Risikogruppe gehören, hätten sich die Spritze verabreichen lassen.

Allerdings würden mehr Patienten mit Grippe-Symptomen einen Arzt aufsuchen als sonst. Die Angst vor einer COVID-19-Infektion sei gross. "Kopf- und Gliederschmerzen werden in normalen Jahren zu Hause auskuriert. In diesem Jahr melden sich die Leute vermehrt beim Arzt, weil sie sich testen lassen wollen", meint Hilfiker.

Ausbleibende Grippewelle könnte auch negative Folgen haben

Die ausbleibende Grippewelle könnte allerdings negative Folgen mit sich bringen, warnt Immunologe Speiser. "In normalen Jahren sind wir verschiedensten Viren ausgesetzt, unser Körper entwickelt Abwehrmechanismen. Das ist in diesem Jahr nicht der Fall."

Die fehlenden Abwehrkräfte könnten so zu einer verstärkten Anfälligkeit führen. Doch Speiser gehe davon aus, "dass sich der Anstieg in Grenzen halten wird".  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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