• Viele Skigebiete in Europa könnten wegen der Corona-Pandemie diesen Winter geschlossen bleiben.
  • Gesundheitsminister Alain Berset will die Schweiz davor bewahren.
  • Am Montag legte er den Kantonen seine Verordnungsentwürfe vor.

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Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie könnten geschlossene Skigebiete in vielen europäischen Ländern diesen Winter bittere Realität werden. In der Schweiz sollen Skiferien allerdings weiterhin möglich bleiben. Gesundheitsminister Alain Berset legte den Kantonen am Montag (30. November) entsprechende Verordnungsentwürfe vor.

"Bluewin.ch" berichtet unter Berufung auf den "Tages-Anzeiger", die Entwürfe sähen eine Bewilligung durch den jeweiligen Kanton vor, die sich Skigebiete vor Öffnung einholen müssten. Voraussetzung für die Bewilligung sei, dass die aktuelle epidemiologische Lage im Kanton oder der Region den Betrieb zulasse und dass genügend Spitalbetten vorhanden seien, um neben COVID-19-Patienten auch verunfallte Wintersportler behandeln zu können. Ausserdem müssten ausreichend Corona-Tests verfügbar sein, das Contact-Tracing müsse reibungslos funktionieren und es müsse ein Schutzkonzept für die gesamte Region erarbeitet werden.

Einschränkung der Gästezahlen angedacht

Für die angedachte Beschränkung der täglichen Gästezahlen bietet der Entwurf zwei Umsetzungsvarianten. Eine der beiden sieht vor, dass die Anzahl der Besucher höchstens zwei Drittel der Anzahl der Gäste des bestbesuchten Tages der vorangehenden Saison betragen darf. Bei Variante zwei darf die Anzahl 80 Prozent der durchschnittlichen Gästeanzahl an den Weihnachtsfeiertagen innerhalb der letzten fünf Jahre nicht überschreiten.

Bezüglich der Besetzung von Bergbahnen machte der Gesundheitsminister ebenfalls konkrete Vorschläge. So sollen Seilbahnen mit Stehplätzen nur zu zwei Dritteln ausgelastet werden dürfen - eine Vorgabe, die bereits jetzt von vielen Betreibern eingehalten wird. Weiterhin sollen beim Anstehen die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie das Abstandgebot gelten.

Schwierig dürfte insbesondere die Umsetzung der Abstandsvorgabe werden, wie der "Tages-Anzeiger" betont. Die Zeitung wies darauf hin, dass insbesondere an Talstationen oftmals nicht genügend Platz vorhanden sei, um diese lückenlos zu gewährleisten.

Berggastronomie: Keine Selbstbedienung, kein Eintreten ohne freien Tisch

Neue Regeln soll es auch für die Berggastronomie und die Wintersportorte an sich geben. Sie beinhalten ein Verbot von Selbstbedienung in Almen und Restaurants und des Verzehrs von Speisen und Getränken ausserhalb der Hütten. Zudem soll das Eintreten neuer Gäste nur erlaubt sein, wenn ein freier Tisch vorhanden sei. In den Fussgängerzonen der Ferienorte soll eine ganzheitliche Maskenpflicht gelten.

Nachdem Alain Berset den Kantonen seine Vorschläge unterbreitete, haben diese nun bis Mittwoch (2. Dezember) die Möglichkeit, auf sie zu reagieren. Eine endgültige Entscheidung trifft der Bundesrat in seiner Sitzung am kommenden Freitag (4. Dezember).

Bereits vergangene Woche hatte der Gesundheitsminister seine Absicht kundgetan, die Skigebiete vor umfassenden Schliessungen, wie sie in anderen Ländern diskutiert werden, zu bewahren. Er betonte allerdings bereits die Notwendigkeit guter "Schutzkonzepte, eine strikte Umsetzung und vielleicht Anpassungen".  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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