Die Coronavirus-Pandemie treibt die Sterberate in der Schweiz nach oben. In Kantonen wie Genf oder Freiburg wird dies zum Problem: Die Bestattungsinstitute sind überlastet.

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In der Schweiz gibt es bislang über 3.150 registrierte Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Bestattungsinstitute sind am Limit. In den Kantonen Genf, Freiburg, Wallis und Jura kommen die Bestatter kaum noch mit ihrer Arbeit hinterher.

Manuelle Pasquali de Weck von der Medienstelle der Sozialdienste der Stadt Genf berichtet: In den drei Öfen des Krematoriums würden derzeit 18 Einäscherungen am Tag stattfinden. Mehr sei nicht möglich, wie es in einer von "blick.ch" veröffentlichten Mitteilung der nationalen Nachrichtenagentur Keystone-SDA heisst.

Um den Angehörigen die Wartezeit zu verkürzen, wird laut Stadträtin Christina Kitsos "auch am Wochenende" gearbeitet. Dennoch würden die Kapazitäten nicht ausreichen. Jean Murith, Inhaber des privaten Bestattungsunternehmens Murith SA, sagt: "Ich blicke auf 50 Jahre Erfahrung zurück und habe so etwas noch nie gesehen." Anstelle der bisher üblichen drei Bestattungen am Tag würden in seiner Firma nun sieben durchgeführt.

Doch noch immer müssten Beerdigungen verschoben werden, die Kühlräume auf den Friedhöfen von Saint-Georges und des Rois seien überlastet. Wie aus dem Bericht hervorgeht, müssten Leichen mittlerweile aufgrund von Platzmangel in die Leichenhalle des Universitätsspitals Genf überführt werden.

Bestatter aus Freiburg: "So können wir nicht weiterarbeiten"

In den Kantonen Jura und Wallis sieht es ähnlich aus. "Wir sind völlig überfordert", berichtet Patrick Quarroz, Präsident des Walliser Verbandes der Bestattungsunternehmen. Und auch im Kanton Freiburg scheint sich die Lage zuzuspitzen.

"Normalerweise organisieren wir 200 Beerdigungen pro Jahr", erklärt Eric Conus, Direktor eines Freiburger Bestattungsunternehmens, dem SRF. Sollte die Sterberate jedoch weiter so hoch bleiben, "dann wären es innerhalb eines Jahres 800. Das muss wirklich ein Ende haben. So können wir nicht weiterarbeiten", beklagt der Bestatter.

Auch in Freiburg kenne man das Problem der nicht ausreichenden Kühlkapazitäten. Eine mögliche Lösung: Die Eislaufbahnen in Saint-Léonard könnten zur Leichenhalle umfunktioniert werden. Im Wallis sowie in Genf soll es bereits ähnliche Überlegungen geben.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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