• Die Schweiz hält daran fest, die Skigebiete in diesem Winter zu öffnen.
  • Beim Streit mit den Nachbarländern um die Skisaison bauen Deutschland und Italien nun mehr Druck auf.
  • Italien droht mit einer Quarantäne-Liste, Bayern will kurze Reisen ins Ausland nur aus triftigen Gründen erlauben.

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Die Botschaft von Bundesrat Alain Berset an die Nachbarländer Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland ist klar: "Skigebiete können offenbleiben", sagte er bei einer Medienkonferenz am Donnerstag (26. November), bei der es auch um die Skisaison ging.

"Das war immer das Ziel, das wir verfolgt haben." Dabei müssten strenge Schutzkonzepte gelten. Ausserdem brauche es eine "Idee, was passiert, wenn diese Schutzkonzepte nicht umgesetzt werden", sagte Berset.

Italien, Deutschland und Frankreich sprechen sich dafür aus, dass die Skisaison in allen europäischen Skigebieten wegen der Coronavirus-Pandemie erst im Januar startet. Weil sich die Schweiz querstellt, hat Italien laut "20min.ch" nun damit gedroht, das Land auf die Quarantäne-Liste zu setzen. Somit müssten Personen, die in der Schweiz waren und nach Italien reisen, für zwei Wochen in Quarantäne.

Italien ist jedoch nicht das einzige Land, das im Streit um die Skisaison-Eröffnung einen Schritt weitergeht. Auch Deutschland verstärkt den Druck auf die Schweiz. So beschloss das Kabinett des Bundeslands Bayern am Donnerstag (26. November) eine Quarantänepflicht von zehn Tagen für Menschen, die einen Tagesausflug im Ausland verbringen wollen.

Wer quarantänefrei bis zu 24 Stunden ins Ausland reisen will, muss triftige Gründe haben. Dazu gehören etwa Arbeit, Schule, Arztbesuche und familiäre Angelegenheiten. Touristische und sportliche Zwecke sind hingegen ausgenommen.

Schweizer Skigebiete zeigen sich unbeeindruckt

Ob die Massnahmen in Italien und Deutschland eine Wirkung auf die Schweiz zeigen? Daniel Koch, ehemaliger Corona-Delegierter des Bundesrates, sagte erst kürzlich im Gespräch mit "20min.ch", dass die Skisaison möglich sein sollte.

"Auf den Skipisten ist das Risiko eher gering", betonte er. Après-Ski sei zwar schwierig, aber ein normaler Sportbetrieb nötig: "Das Leben besteht nicht nur aus Infektionskontrolle", erklärte er. "Ein Ausfall der Saison wäre nicht nur bitter für jene, die davon leben. Man muss auch dem Bedürfnis der Leute nach Freizeit gerecht werden – immer mit vertretbarem Risiko."

Im Skigebiet Zermatt lässt man sich vom Druck aus Italien nicht beeindrucken. Laut Sprecher Mathias Imoberdorf wolle man dort "das volle Angebot an Pisten, Bahnen und sonstiger Infrastruktur zur Verfügung stellen". "Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Schutzkonzept ein für alle sicheres Erlebnis anbieten können", betonte er.

Sébastien Epiney, Direktor der Region Dents du Midi, sprach bei einer möglichen Schliessung der französischen Skilifte im Gebiet Porte du Soleil hingegen von einem "logistischen Albtraum". "Das Skigebiet ist eines der grössten der Welt. Wenn die Skilifte auf der französischen Seite nicht mehr fahren, wird es kompliziert."  © 1&1 Mail & Media/spot on news