• Wegen der Corona-Pandemie kommen weniger Touristen in die Schweiz.
  • Vor allem in Luzern macht sich der Ausfall von Reisenden aus Asien bemerkbar.
  • Für das Gewerbe hat das schwerwiegende Folgen: Viele Läden stehen mittlerweile leer.

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Eigentlich dürfen Läden seit Montag (1. März) wieder öffnen. Doch in der Luzerner Altstadt haben einige Geschäfte ihre Türen gar nicht mehr geöffnet. Wie die "Luzerner Zeitung" berichtet, ist die Detailhandelskrise in der Stadt angekommen. Das "Lädlisterben" ist kein Einzelfall mehr: Insgesamt würden 18 Geschäfte in der Altstadt leer stehen.

Dass sich weitere einreihen, ist sehr wahrscheinlich. "Mir sind mindestens acht weitere definitive Kündigungen von Mietverträgen bekannt", sagte der Luzerner Stadtbeobachter Louis Baume der Zeitung. Zwar hätten Läden immer wieder auch schon vor der Coronakrise schliessen müssen, jedoch seien die entstandenen Lücken früher "jeweils sofort gefüllt" worden, erzählte Baume. Er habe noch nie so viele leere Ladenlokale an bester Lage gesehen.

Weniger Tourismus fördert "Lädlisterben"

Schweizer und wenige Besucher aus dem Ausland, etwa Deutschland, können zwar wieder in den Geschäften in der Luzerner Altstadt einkaufen. Der Gewinn, den die Läden vor der Coronakrise machten, bleibt jedoch bei den meisten aus. Der Grund: Die Geschäfte haben trotz der Öffnung weniger Kunden, da vor allem Touristen aus Asien – eine entscheidende Einnahmequelle – wegfallen. "Luzern hat jahrelang vom internationalen Tourismus gelebt. Und der ist jetzt nicht mehr da", sagte Immobilienexperte Marcantonio Lagalante der "Luzerner Zeitung". Deshalb rechne er damit, dass die Geschäftsmieten in Zukunft weiter sinken würden.

Ob in den kommenden Monaten wieder mehr Touristen durch die Luzerner Altstadt schlendern werden? Der Schweizer Tourismus-Verband rechnet nicht damit. In einer Meldung nach Bekanntgabe der neuen Lockerungsschritte in der Schweiz kritisierte er: "Der Schweizer Tourismus wird auch im März 2021 kaum mit Erholung rechnen können." Vor allem wegen der geschlossenen Restaurants würden die Perspektiven für die verbleibende Wintersaison "düster" aussehen.

Könnten Sonntagsverkäufe das "Lädlisterben" verhindern?

Um ein fortschreitendes "Lädlisterben" zu verhindern, hatten einige Politiker vorgeschlagen, Geschäfte an bis zu zwölf Sonntagen pro Jahr zu öffnen. Durch diese zusätzlichen Verkaufstage könnten Läden mehr Gewinn einfahren, argumentieren Befürworter. Eine davon ist die Branchenvertreterin Dagmar Jenni von der Swiss Retail Federation. Dem Sender SRF sagte sie, es handle sich um ein Mini-Konjunkturprogramm. "Da würden genau diese Branchen, die jetzt gebeutelt wurden, die Möglichkeit haben, den Verlust und den verlorenen Umsatz etwas aufzuholen", erklärte sie.

Seitens des Schweizer Gewerkschaftsbundes (SGB) sorgte der Vorschlag, künftig mehr Sonntagsverkäufe anzubieten, allerdings für einen Aufschrei. Zwölf Sonntagsverkäufe seien "rechtsstaatlich bedenklich und undemokratisch", teilte er in einer Mitteilung mit. Leena Schmitter von der Unia sagte dem SRF: "Dieser Antrag auf zwölf Sonntagsverkäufe fürs COVID-Gesetz ist aus unserer Perspektive brandgefährlich. Wir sehen, dass es immer wieder Angriffe auf die Arbeitszeiten gibt – in diesem Fall auf die Sonntagsarbeit."  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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