• Die Schweizer COVID-19-Taskforce und das Bundesamt für Gesundheit sehen die Rolle von Kindern in der Pandemie unterschiedlich.
  • Während die Taskforce klarstellt, Kinder und Jugendliche könnten das Coronavirus übertragen, stuft das BAG Kinder weiter als selten ansteckend ein.

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Wenn es um die Rolle von Kindern in der Pandemie geht, sind die Schweizer COVID-19-Taskforce und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) unterschiedlicher Meinung.

In einer neuen Stellungnahme vom 27. April stellt die Taskforce klar, dass Kinder und Jugendliche das Coronavirus übertragen können. Das BAG schreibt hingegen weiterhin, Kinder das selten andere Personen infizieren. Die widersprüchlichen Informationen sorgen für Verwirrung.

Mildere Symptome bei Kindern und Jugendlichen

"Kinder und Jugendliche können sich mit SARS-CoV-2 anstecken und das Virus verbreiten", heisst es vonseiten der Taskforce. "Ihre Symptome sind im Allgemeinen milder als bei Erwachsenen." Die derzeit verfügbare wissenschaftliche Literatur erlaube jedoch keine präzise Bestimmung des Zusammenhangs zwischen dem Alter einer Person und der Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Virus zu infizieren oder es zu übertragen.

Es sei wichtig, zwischen den verschiedenen Altersgruppen zu unterscheiden. Die Taskforce nennt Kleinkinder bis fünf Jahre, Schulkinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren und Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren. Es seien noch weitere Untersuchungen erforderlich, um die Rolle von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie genauer zu ermitteln. Dazu seien etwa Längsschnittstudien in Schulen hilfreich. Die Taskforce empfiehlt weiterhin, geeignete Präventionsmassnahmen in Schulen systematisch umzusetzen.

BAG: Kinder nur "selten" ansteckend

Das BAG hat allerdings einen anderen Standpunkt, was auch daran zu erkennen ist, dass Kindergärten und Schulen in der zweiten Welle offen blieben. Auf der Webseite des Bundesamts heisst es: "Kinder unter zwölf Jahren werden meist von erwachsenen Personen mit dem neuen Coronavirus angesteckt. Sie selbst übertragen das Virus jedoch selten auf andere Personen." Kinder ab zwölf Jahren und Erwachsene trügen vermehrt zur Übertragung des Virus bei. Zudem sei der Krankheitsverlauf bei Kindern meist weniger schwer und sie hätten oft keine oder nur milde Symptome.

In den sozialen Medien sorgen die widersprüchlichen Aussagen der zwei Gruppen für Empörung. Ex-Taskforce-Mitglied Dominique de Quervain kritisiert etwa: "Es wäre schon wichtig, dass auf der BAG-Seite keine Aussagen stehen, die dem heutigen Wissensstand widersprechen."  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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