• Laut Bundesamt für Statistik sterben seit Februar weniger Menschen über 65 Jahre.
  • Das befeuert nun Diskussionen über Lockerungen der Corona-Massnahmen.

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Die Corona-Pandemie führte im Jahr 2020 zu einer Übersterblichkeit in der Schweiz, vor allem Personen über 65 Jahre zählten häufig zu den Todesopfern. Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte, wurden in der zweiten Corona-Welle in dieser Altersgruppe zwischen 65 und 70 Prozent mehr Todesfälle verzeichnet als im Durchschnitt zu erwarten war.

Doch nun ist eine Kehrtwende erkennbar: In der 51. Woche 2020 starben noch 1.989 Menschen über 65 – in der zwölften Woche 2021 waren es 999. "In der Zeit vom 15. Februar bis am 28. März wurden bis jetzt etwa 1.090 Todesfälle weniger als erwartet registriert", schreibt das BFS in einem Bericht.

Die momentane Untersterblichkeit erklärt sich das Bundesamt wie folgt: "Unter den etwa 8.380 Personen im Alter von 65 Jahren und älter, die in der zweiten Welle von COVID-19 mehr als erwartet verstorben sind, waren einzelne vermutlich in so schlechter Gesundheit, dass ihr Leben nur um wenige Wochen verkürzt wurde." Demnach seien Personen in der zweiten Welle verstorben, die so oder so nicht mehr lange zu leben gehabt hätten.

Schutz- und Hygienemassnahmen haben Einfluss auf die Sterblichkeit

Auch die Schutz- und Hygienemassnahmen in der Schweiz hätten einen Einfluss auf die Untersterblichkeit, wie Thomas Steffen, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Kantonsärzte, laut "20min.ch" erklärt: "Sie haben zweifellos zur derzeitigen Untersterblichkeit beigetragen. In der Schweiz dürfte vor allem die nicht aufgetretene Grippewelle die Todesfälle reduziert haben."

Entscheidend sei, dass man die Pandemie unter Kontrolle hält: "Das Coronavirus hat nach wie vor die Kraft, eine verhängnisvolle dritte Welle auszulösen. Es gilt jetzt, eine erneute Übersterblichkeit zu verhindern." Das Impfen von Risikogruppen würde dabei helfen, "um verglichen mit den ersten beiden Wellen weniger Krankheits- und Todesfälle in dieser Bevölkerungsgruppe zu haben", sagt Steffen.

Diskussionen über Lockerungen der Corona-Massnahmen

Damit steht fest: Trotz steigenden Zahlen an Neuinfektionen sterben momentan weniger Menschen als erwartet. Die Untersterblichkeit befeuert die Debatte um Lockerungen der Corona-Massnahmen: "Der Bund spricht von Mutationen und einer dritten Welle. Die Zahlen zeigen aber, dass viel weniger Leute sterben als in anderen Jahren", sagt SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer laut "20min.ch". "Das zeigt klar, dass der Bundesrat mit den Massnahmen übertreibt und der Lockdown nicht mehr opportun ist." Immer mehr Risikopersonen seien geimpft und Schutzkonzepte vorhanden, erklärt die Gesundheitspolitikerin. "Die wenigen Personen, die schwere Schäden von einer Infektion hätten, können sich immer noch selber schützen." Dafür müsse nicht die ganze Bevölkerung im Lockdown sein.

Aber es gibt auch andere Meinungen: "Wir sollten erst dann von breiten Öffnungen sprechen, wenn genügend getestet wird, respektive der Teil der Bevölkerung geimpft ist, der das will", lautet die Einschätzung von Grüne-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber. "Wir haben zwar eine Untersterblichkeit, doch die täglichen Fallzahlen sind momentan wieder sehr hoch." Am Mittwoch (7. März) meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 2.301 neue Corona-Fälle. Allerdings fordert Prelicz-Huber finanzielle Unterstützung vom Bund und den Kantonen, damit die Menschen die Massnahmen weiterhin akzeptieren: "Es muss jetzt unbedingt gewährleistet werden, dass etwa Kulturschaffende oder Restaurantbesitzer die Krise überstehen. Dafür muss genug Geld gesprochen werden."  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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