• An seiner Sitzung am Mittwoch (12. Januar) hat der Bundesrat trotz steigender Corona-Fallzahlen keine verschärften Massnahmen beschlossen.
  • Jedoch stellte er in Aussicht, dass er bei einer sich verschlechternden Situation in den Spitälern rasch handeln und weitergehende Massnahmen beschliessen werde.
  • Diese Möglichkeiten hat der Bundesrat.

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Die Schweiz befindet sich mitten in der Omikron-Welle, die Infektionszahlen steigen täglich. Der Bundesrat hat am Mittwoch (12. Januar) dennoch keine weitergehenden Massnahmen beschlossen, sondern will die aktuell geltenden Bestimmungen bis 31. März 2022 verlängern. Ob es wirklich dazu kommt, entscheiden nun die Kantone: Die Konsultation läuft noch bis 17. Januar.

In seinem Entscheid kündigte der Bundesrat jedoch an, "unabhängig von der Konsultation" rasch zu handeln und "weitergehende Massnahmen" zu beschliessen, "sollte sich die Lage in den Spitälern stark verschlechtern". Dies ist nicht weit hergeholt: Die COVID-19-Taskforce des Bundes rechnet in ihrem wissenschaftlichen Update vom 11. Januar damit, dass der Höchstwert an Infektionen in den nächsten zwei Wochen erreicht wird. Es wird davon ausgegangen, dass sich zum Höhepunkt der Omikron-Welle in einer einzigen Woche zehn bis 30 Prozent der Bevölkerung anstecken, was etwa einer bis 2,5 Millionen Infizierten entsprechen würde.

Ausserdem schätzt die Taskforce, dass es in einer einzigen Woche zwischen 2.500 bis zu 10.000 Hospitalisierungen geben könnte, ausserdem 80 bis 300 Einweisungen auf die Intensivstation. "Was die Spitaleinweisungen betrifft: Das können 1.000 sein, es können aber auch 10.000 sein. Das hängt davon ab, wie gut die Impfung die doppelt Geimpften noch schützt – 90 Prozent oder 85 Prozent? Und entsprechend sind es auch grosse Varianzen, auf die wir uns einstellen müssen", erklärte kürzlich Tanja Stadler, Präsidentin der Taskforce, im SRF-Interview. Derzeit gibt es noch keinen Anstieg bei den Hospitalisierungen.

Welche verschärften Massnahmen könnte der Bundesrat ergreifen?

Verschärfte Massnahmen wären unter anderem die Schliessung von Betrieben und Einrichtungen oder Kapazitätseinschränkungen bei Grossanlässen, wie der Bundesrat mitteilte. Laut "20min.ch" dürften Orte ohne Möglichkeit einer Masken- oder Sitzpflicht nicht mehr öffnen. Dazu zählen etwa Restaurants, Clubs, Badeanstalten und Fitnesszentren. Ausserdem könnten Grossveranstaltungen nur noch mit einer bestimmten Anzahl von Gästen stattfinden.

Möglich wäre zudem eine verschärfte Maskenpflicht, auch für jüngere Kinder. Momentan müssen Schweizerinnen und Schweizer ab zwölf Jahren eine Maske tragen. Ausserdem könnte die Pflicht ausgeweitet werden, etwa bei Menschenansammlungen an Haltestellen des ÖV, in Skigebieten oder Grossveranstaltungen.

Auf der Tertiärstufe könnte zudem der Präsenzunterricht an den Schulen ausgesetzt werden. Für Veranstaltungen und private Treffen könnte darüber hinaus wieder eine Kapazitätsbeschränkung eingeführt werden. Derzeit gilt: Ist mindestens eine ungeimpfte oder nicht genesene Person dabei, dürfen sich privat nur maximal zehn Personen treffen.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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