• Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, fordern Eltern schweizweite Massentests in den Schulen.
  • Kritiker warnen jedoch vor einer zusätzlichen Belastung für Kinder.

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Im Kanton Zug sind Massentests an Schulen bereits gängige Praxis, doch werden diese Tests auch schweizweit zum Alltag? Wenn es nach dem Verein Schule & Elternhaus (S&E) geht, dann kommen Spucktests schweizweit für ganze Klassen oder Schulen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Diese könnten bei Infektionsherden, aber auch präventiv durchgeführt werden, "damit möglichst wenig Schülerinnen und Schüler in Quarantäne müssen und die Schulen offengehalten werden können".

Durch Massentests könnten auch infizierte Kinder ohne Symptome entdeckt werden. Wer seine Kinder nicht testen lassen will, könne dies als Gesuch beantragen. Durchgeführt werden sollen die Tests "wann immer möglich in der Schule". Denn: Die Mehrheit der Eltern bevorzuge von der Schule organisierte und vor Ort stattfindende Tests.

"Wir wollen Infektionen in den Schulen schon im Keim ersticken. Es wäre daher vernünftig, wenn die Schulen ihre Schülerinnen und Schüler ein- bis zweimal pro Woche mit Spucktests auf das Coronavirus testen liessen", erklärt Co-Präsidentin von S&E, Gabriela Heimgartner, die Forderung des Vereins laut "20min.ch". Massentests seien zudem eine Entlastung für Familien. "Ausbrüche in den Schulen bringen jeweils sehr grosse Unruhen in die Familien, weil sie ihre Kinder dann schnellstmöglich einzeln testen lassen müssen", sagt Heimgartner. Nur in kleinen und abgelegenen Schulgemeinden halte der Verein die Tests für "nicht unbedingt nötig".

Massentests im Kanton Zug: "Keine Angst mehr, dass die Schulen schliessen müssen"

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) befürwortet die Massentests an Schulen ebenso. "Mit koordinierten, klar kommunizierten und konzeptionieren Spucktests kann die Situation in den Schulen unter Umständen entspannt werden", erklärt Präsidentin Dagmar Rösler.

Bereits mehr als die Hälfte der Kantone will dem Zuger Beispiel folgen und hat ein Konzept eingereicht. Dies bestätigte die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) dem Nachrichtenportal "20min.ch". Im Kanton Zug sind präventive Spucktests ab Sekundarstufe I, also ab der Oberstufe und höheren Klassen, sowie für Lehrerinnen und Lehrer obligatorisch. In Basel-Stadt gibt es Massentests seit Dienstag (2. März), ab Mitte März will auch Graubünden damit starten.

Der Zuger Bildungsdirektor Stepan Schleiss könne das Vorgehen "jedem Kanton empfehlen", wie er "20min.ch" sagt. "Seit unsere Schulen Massentests durchführen, habe ich keine Sekunde mehr Angst, dass die Schulen schliessen müssen." Die Tests würden bei den meisten Schülern und Eltern gut ankommen. Durch die Tests seien "wenige asymptomatische Schüler" entdeckt worden.

Fördern Massentests Angst bei Kindern?

Es gibt jedoch auch Kritik an den Massentests für Schülerinnen und Schüler. "Wir müssen uns überlegen, was für ein Gesellschaftsmodell wir wollen. Durch solche ständigen Massnahmen fördern wir nur die Angst bei den Kindern", sagt etwa Christine Hug, Präsidentin des Vereins "Kinder atmen auf!".

Die Corona-Situation sei für Kinder und Jugendliche ohnehin belastend, man müsse ihnen "trotz allem eine möglichst unbeschwerte Kindheit ermöglichen". Ausserdem könnten Kinder, die sich nicht testen lassen, diskriminiert werden.  © 1&1 Mail & Media/spot on news