"Der Winter wird schwer" - Zitate und Reaktionen zu Merkels Regierungserklärung

Einen Tag nach der Verkündung eines erneuten Lockdowns hat sich Bundeskanzlerin Merkel am Donnerstagvormittag in einer Regierungserklärung an den Bundestag sowie Bürgerinnen und Bürger gewandt. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble muss wegen anhaltender Zwischenrufe aus der AfD-Fraktion eingreifen.

Merkel: "Die Pandemie ist eine medizinische, eine öknomische, eine soziale, eine politische, eine psychische Bewährungsprobe. Wir werden ihr nur mit Zusammenhalt und mit der Bereitschaft zum transparenten und offenen Austausch miteinander begegnen können."
Während der Rede von Bundeskanzlerin Merkel waren immer wieder laute Zwischenrufe aus der AfD-Fraktion zu hören.
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sah sich zum Eingreifen gezwungen: "Unser Land ist, wie ganz Europa, in einer aussergewöhnlich schwierigen Lage. Niemand hätte Verständnis, wenn wir uns nicht die Rede der Kanzlerin anhören. Darum bitte ich." Als auch er selbst unterbrochen wird. sagt er: "Wenn sie den Präsidenten unterbrechen, kriegen sie gleich Ordnungsrufe. Das ist gefährlich." (Foto vom 9. Oktober 2020)
Merkel: "Die Pandemie macht uns so klar wie selten: Wir sind Teil des Ganzen. Verhalten wir uns rücksichtslos, ohne Mindestabstand, ohne Mund- Nasen-Schutz, mit Feiern auf engstem Raum, dann heizen wir die Ansteckungen weiter an und bringen unsere Mitmenschen in ernste Gefahr. Halten wir uns an die Regeln, die jetzt gelten, dann helfen wir unserem Land und im Ergebnis jeder und jedem von uns, diese gewaltige Prüfung zu bestehen."
Merkel: "Miteinander und füreinander, nur so kommen wir durch diese historische Krise. Der Winter wird schwer. Vier lange schwere Monate. Aber er wird enden."
AfD-Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland: "Wir haben in diesem Land die Freiheit zu mühselig errungen, als dass wir sie an der Garderobe eines Notstandskabinetts abgeben. Eine Corona-Diktatur auf Widerruf ist keine Lösung. Wir müssen abwägen, auch um den Preis, dass Menschen sterben."
Gauland: "Wir betrachten die von Frau Merkel verkündete Lahmlegung des Kulturbetriebs, der Gastronomie, ja praktisch des gesamten Freizeitlebens der Bürger, als masslos und unangemessen."
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus: "Aber, Entschuldigung, ich kann doch jetzt nicht sagen, liebes COVID-19 mach mal 'ne Pause, wir müssen erst unsere Bund-Länder-Beziehungen definieren. (...) Wir müssen diese Pandemie bekämpfen."
FDP-Fraktions- und Parteivorsitzender Christian Lindner: "Mag dieser zweite Lockdown auch milder sein als der erste - es muss nun der letzte gewesen sein."
Co-Fraktionschefin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt: "Es macht keinen Sinn, dass dieses Parlament nach den Entscheidungen gestern hier debattiert. (...) Es ist gut, dass wir Argumente austauschen, aber die Beschlüsse gehören hier her." (lh/dpa)