• Die Schweiz benötigt mehr Impfdosen, um im Kampf gegen das Coronavirus Fortschritte zu machen.
  • Diese Woche will Swissmedic einen zweiten Impfstoff zulassen.
  • Die Vorteile im Überblick.

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Die erste COVID-Impfung in der Schweiz wurde am 23. Dezember 2020 durchgeführt. Die offizielle Impfkampagne startete zwölf Tage später am 4. Januar. Bisher wurde dabei ausschliesslich auf den Impfstoff des Herstellers Pfizer/BioNTech zurückgegriffen. Ein Anfang - aber kein erfolgversprechendes Vorgehen, um die Impfziele bis Sommer zu erreichen.

Es mangelt an weiteren Impfdosen. In wenigen Tagen könnte sich dieser Zustand jedoch ändern. Wie der "TagesAnzeiger" berichtet, werde die Zulassungsbehörde Swissmedic den Impfstoff des US-Herstellers Moderna Mitte dieser Woche bewilligen. Ein Schub der Impfkampagne dürfte folgen.

Davon geht auch SRF-Wissenschaftsredaktor Thomas Häusler aus. "Kommt der zweite Impfstoff, können im Januar wohl zusätzlich 120.000 Personen geimpft werden, im Februar nochmals 250.000 Personen zusätzlich", erklärt er. Vor allem Risikopatienten, "die besonders gefährdet sind", würden profitieren. Häusler verspricht sich von der Zulassung einen "sehr grossen Effekt".

Welcher Impfstoff ist besser?

Die Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna basieren beide auf der mRNA-Technologie. Das bedeutet: Der Impfstoff beruht auf einem Erbgutschnipsel des Virus, der von den menschlichen Körperzellen aufgenommen und auf ihren Oberflächen eingebaut wird. Die dadurch angelockten Immunzellen aktivieren die Körperabwehr.

Um die angegebene Wirksamkeit von 95 Prozent erzielen zu können, sind bei beiden Stoffen zwei Impfungen nötig. Dass der eine womöglich besser, der andere eher schlechter ist, bestreitet Christoph Berger gegenüber SRF. "Die beiden mRNA-Impfstoffe sind sehr gut vergleichbar, sie sind sehr ähnlich bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit", sagt der Präsident der eidgenössischen Kommission für Impffragen. Es spiele daher "keine Rolle, ob eine Person den einen oder den anderen Impfstoff bekommt".

Warum ist der Moderna-Impfstoff so wichtig?

Die Impfstoffe mögen auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, einen gravierenden Unterschied besitzen sie jedoch. Während das Produkt von Pfizer/BioNTech bei -70 Grad transportiert und gelagert werden muss, verlangt der Moderna-Impfstoff lediglich -20 Grad. Wird er aufgetaut, kann er zudem einen Monat lang im Kühlschrank aufbewahrt werden.

"Das heisst, dieser Impfstoff kann in einer normalen Hausarzt-Praxis geimpft werden", erklärt SRF-Wissenschaftsredaktor Häusler den entscheidenden Vorteil. Auch Berger sieht darin enormes Potenzial. Können die Hausärzte, "die Grundversorger", die Impfung durchführen, müssten keine neuen Strukturen geschaffen werden. Das etablierte Versorgungssystem reiche aus und erfülle seinen Zweck.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

EMA macht Weg frei für zweiten Corona-Impfstoff in EU

Grünes Licht für den zweiten Corona-Impfstoff: Nach dem Präparat von Biontech und Pfizer steht auch die Zulassung des Impfstoffes des US-Unternehmens Moderna in der EU bevor. Schnell soll die erste Lieferung in Deutschland sein. (Teaserbild: Paul Sancya/POOL AP/dpa)