Ach, unser HSV. Irgendwie haben wir ihn ja lieb gewonnen. In Zeiten der langweilen Bayern-Dominanz sorgen die Hamburger stets für Unterhaltung. Im Jahr 2015 wurde der Bundesliga-Dino seinem Ruf als Chaos-Klub erneut gerecht.

Manche Dinge tun schon beim Hinschauen weh. Wie die Frisur von Donald Trump. Oder ein fieser Tritt in die "Kronjuwelen". Alles äusserst schmerzhaft.

Und in diesem Jahr gehörte auch ganz oft das Angucken der Spiele des Hamburger SV zu diesen leidvollen Erfahrungen - erst Recht bei denjenigen, die die HSV-Raute im Herzen tragen. 2015 fiel der Bundesliga-Dino allerdings nicht nur mit teils grotesken Darbietungen auf dem Platz, sondern auch mit allerlei merkwürdigen Geschichten abseits des Feldes auf:

1. Juni 2015: Pierre-Michel Lasogga zieht blank

Wir fangen sportlich an. Sie erinnern sich sicherlich: Der HSV rettet sich im Mai nach einer fürchterlichen Saison mit viel Glück, Dusel, Glück und noch mehr Dusel in die Relegation. Gegner ist der Zweitliga-Dritte Karlsruher SC. Das Hinspiel endet 1:1, drei Tage später geht es für die Hamburger im Karlsruher Wildparkstadion um den Liga-Verbleib.

Der KSC erzielt in der 78. Minute die Führung - der HSV steht mit eineinhalb Beinen in der 2. Liga. Doch dann beginnt der Wahnsinn: Marcelo Diaz zirkelt den Ball in der ersten Minute der Nachspielzeit in den Winkel: Verlängerung!

Und bevor diese beginnt, gibt's das eigentliche Highlight der Partie zu bestaunen - zumindest für diejenigen, die auf durchtrainierte Fussballer-Hintern stehen. Während sich die HSV-Spieler auf die Verlängerung einstimmen, zieht einer von ihnen (teilweise) blank. Pierre-Michel Lasogga zeigt der TV-Welt seinen Allerwertesten, um sich leicht oberhalb des Gesässes vom Masseur durchkneten zu lassen.

Achso, in der 115. Minute schiesst Nicolai Müller noch das entscheidende Tor zum Klassenerhalt. Das sei ebenfalls noch erwähnt.

4. August 2015: "Geldstrafen" für die falschen Schuhe

Nach der verkorksten, aber immerhin mit einem Happy End abgeschlossenen Vorsaison, geloben die Hamburger Besserung. Nunja, das gelingt eher bedingt.

Noch bevor die neue Spielzeit richtig beginnt, gibt es bereits den ersten kleineren Zoff beim HSV: Weil vier Spieler nicht mit "Adidas"-Schuhen auflaufen, wird ihr Gehalt gekürzt.

Bis zu 30.000 Euro betragen die "Geldstrafen" laut "Bild"-Zeitung für Nicolai Müller, Matthias Ostrzolek, Zoltan Stieber und Petr Jiracek.

Ganz genau wissen wir es nicht, sind uns aber ziemlich sicher, dass die Herren Fussballmillionäre das so gerade eben verschmerzen konnten.

10. August 2015: Peter Knäbel und die "Rucksack-Affäre"

Nicht mal eine Woche später folgt die dickste HSV-Panne des Jahres - Stand jetzt, wohlgemerkt ...

In einem Park in Hamburg tauchen Gehaltsvereinbarungen und andere Geheimdokumente des Klubs auf. Gehaltslisten, Prämien und Vereinbarungen mit Zugang Emir Spahic liegen einfach so im Jenischpark verstreut.

Unter den Unterlagen sind auch private Dokumente von Peter Knäbel. Wie der Sportdirektor in der "Bild" bestätigt, ist ihm der Rucksack mit den Dokumenten eine Woche zuvor geklaut worden.

Zunächst sei ihm der Verlust der Dokumente nicht aufgefallen, da er umgezogen sei, sagt Knäbel damals. Er habe ein paar Tage nach dem Rucksack gesucht. Die vertraulichen Unterlagen seien alle älteren Datums gewesen, daher habe er sie nicht vermisst. Kann ja mal passieren.

12. August 2015: Die Fanshop-Panne

Und gleich die nächste Panne hinterher: Am 12. August wird über die sozialen Medien ein peinlicher Fauxpas öffentlich. Im Fanshop bietet der Nordklub ein Choreographie-Shirt an. Das Blöde daran: Auf dem Hemd sind die Fans eines anderen Vereins abgebildet.

Denn wer sich das vermeintliche HSV-Shirt ansieht, erkennt sofort: In der Choreographie prangt der Schriftzug "Erstklassig".

Zahlreiche Twitter-User bemerken sofort: Dieses Foto stammt nicht aus Hamburg, sondern aus der Hauptstadt und zeigt die Fans von Hertha BSC. Peinlich, peinlich ...

Und wie wir unseren HSV kennen, wird er schon bald für die nächste kuriose Geschichte sorgen. Wenn nicht mehr in diesem, dann gewiss im kommenden Jahr ...