Coronavirus: Die Chronologie der Pandemie

Am 27. Januar 2020 wurde der erste Corona-Fall in Deutschland offiziell bestätigt. Ein 33-jähriger Webasto-Mitarbeiter hatte sich angesteckt. Was damals noch niemand ahnte: Das ganze Jahr 2020 wird sich um dieses Virus drehen und das Leben aller Menschen beeinflussen. Die Chronologie der bedeutendsten Ereignisse. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Bereits Ende November 2019 treten in der chinesischen Millionenstadt Wuhan die ersten Fälle einer bis dato unbekannten Lungenerkrankung auf. Etwa einen Monat später, am letzten Tag des Jahres, bekommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon Wind. Die Organisation soll jedoch nicht von den chinesischen Behörden, sondern von ihrem eigenen Büro in China von der Infektion erfahren haben. Am 1. Januar fordert die WHO daraufhin Informationen von China an.
9. Januar 2020: Medien weltweit berichten über die Entdeckung eines neuen Virustyps. Die Lungenentzündung, an der Patienten in China erkranken, wird durch ein bisher unbekanntes Coronavirus ausgelöst, heisst es. Am selben Tag gibt es in Wuhan den ersten erfassten Todesfall in Zusammenhang mit dem Virus. Am 11. Januar meldet China den ersten offiziellen Corona-Todesfall.
13. Januar: Die WHO registriert die erste Infektion ausserhalb Chinas - in Thailand. Die infizierte Person ist aus Wuhan eingereist: Am 16. Januar meldet die WHO einen Corona-Fall in Japan, wenig später in Südkorea. Wissenschaftler gehen noch immer davon aus, dass in Wuhan verkaufte Tiere mit dem Virus infiziert sind und sich Menschen dadurch anstecken.
21. Januar: Der erste Fall in den USA wird publik. Der Patient ist zuvor aus Wuhan nach Seattle gereist. Und der chinesische Wissenschaftler Zhong Nanshan erklärt nun, das neuartige Coronavirus könne auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Daraufhin beruft die WHO eine Krisensitzung ein.
25. Januar: Das neuartige Virus erreicht zum ersten Mal Europa. Die französische Regierung bestätigt insgesamt drei Fälle in Paris und Bordeaux. Zu diesem Zeitpunkt sind in China bereits 41 Menschen an dem Virus gestorben, weshalb Wuhan am 22. Januar den Verkehr in und aus der Region stoppt.
27. Januar: Das bayerische Gesundheitsministerium bestätigt den ersten Fall in Deutschland: Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg hat sich bei einer Kollegin aus China angesteckt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) spricht von der ersten Mensch-zu-Mensch-Infektion ausserhalb Asiens. In China haben sich mittlerweile nach offiziellen Angaben rund 4.500 Menschen infiziert.
30. Januar: Die WHO erklärt die Ausbreitung des Coronavirus nach einer Krisensitzung zur "gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite". Inzwischen sind weltweit 8.000 Fälle bestätigt, davon 50 ausserhalb Chinas.
11. Februar: Die WHO nennt die in Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus auftretende Lungenkrankheit COVID-19 – Corona Virus Disease 2019. Das Virus selbst bekommt den Namen SARS-CoV-2. In der Zwischenzeit sind weltweit bereits mehr als 1.000 Menschen gestorben.
14. Februar: Am Valentinstag erreicht das Virus einen weiteren Kontinent: Afrika. In Ägypten wird der erste Fall bestätigt. Die Deutsche Post nimmt mittlerweile keine Päckchen und Pakete nach China, Hongkong und Macao mehr an.
15. Februar: Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn verkündet, dass ein 80-jähriger Tourist aus China in einer Pariser Klinik gestorben ist. Es ist der erste Todesfall ausserhalb Asiens und der erste in Europa.
23. Februar: Inzwischen gibt es immer mehr Fälle in Europa, am stärksten ist Italien betroffen: Insgesamt meldet das Land 150 nachgewiesene Infektionen. Die Regierung riegelt mehrere Städte im italienischen Norden ab und erklärt sie zu sogenannten "roten Zonen".
27. Februar: Die WHO nennt das Risiko einer weltweiten Verbreitung inzwischen "sehr hoch". Die deutsche Regierung richtet einen Krisenstab ein. Man beschliesst: Die Internationale Tourismus Börse in Berlin wird abgesagt, der Luft- und Schiffsverkehr wird eingeschränkt und Massnahmen zur Versorgung mit Schutzausrüstung werden eingeleitet.
4. März: Inzwischen gibt es Infektionen in rund 60 Ländern, die WHO zählt weltweit etwa 3.000 Todesopfer. In Deutschland wird die Leipziger Buchmesse abgesagt. In den nächsten Tagen folgen zahlreiche weitere Absagen von Veranstaltungen.
5. März: Die italienische Regierung beschliesst, alle Schulen, Universitäten und Kindergärten im Land für mindestens zehn Tage zu schliessen. Ausserdem kündigt Ministerpräsident Giuseppe Conte an, dass Fussballspiele vor leeren Rängen stattfinden werden.
6. März: In Deutschland wächst die Angst vor einer Schliessung der Geschäfte wie in Italien. Es kommt zunehmend zu Hamsterkäufen – Verbraucher räumen die Supermarktregale leer. Besonders beliebt: Pasta, Seife und Klopapier. Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken sind inzwischen ebenfalls fast überall ausverkauft.
8. März: Erstmals stirbt ein deutscher Staatsbürger an COVID-19. Der 60 Jahre alte Mann ist eine Woche zuvor nach Ägypten gereist und in der Küstenstadt Hurghada verstorben. In Deutschland diskutiert man darüber, Bundesliga-Spiele ohne Zuschauer abzuhalten. Frankreich verbietet Grossveranstaltungen und die letzten deutschen Touristen dürfen aus Norditalien heimkehren.
9. März: Zwei weitere Deutsche sterben an COVID-19 – erstmals im Inland. Die italienische Regierung erklärt derweil das gesamte Land zur Sperrzone. Der Dax verzeichnet den grössten Tagesverlust seit über 18 Jahren. Auch der Papst ergreift nun Massnahmen und hält seine erste Messe ohne Teilnehmer ab.
11. März: Aufgrund der hohen Zahlen – weltweit über 120.000 Infektionen – stuft die WHO das Virus als Pandemie ein. "Lasst uns alle aufeinander achten", ruft Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf.
13. März: Tschechien, Polen und Dänemark riegeln ihre Grenzen ab. US-Präsident Donald Trump ruft den nationalen Notstand aus und droht mit einem Einreiseverbot für Europäer. Der US-Kongress billigt am selben Tag ein Hilfspaket in Milliardenhöhe. In Deutschland schliessen immer mehr Kitas und Schulen.
16. März: Die Bundesregierung schränkt den Grenzverkehr zu fünf deutschen Nachbarstaaten deutlich ein. Innenminister Horst Seehofer implementiert Grenzkontrollen an den Übergängen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark.