Jahresrückblick 2017: Die spektakulärsten Satellitenbilder

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Auch in diesem Jahr knipsten Satelliten wieder beeindruckende Bilder von unserer Erde. Spektakuläre und surreale Aufnahmen zeigen den Planeten in seiner ganzen Schönheit. Und so manches Ereignis wird erst mit dem Blick aus dem All in seinen vollen Ausmassen erkennbar.

Zum Jahresbeginn hatte die Kälte Teile Europas fest im Griff. Unter anderem in Sizilien war der Januar ungewöhnlich kalt. Das zeigt diese Falschfarbenaufnahme des Satelliten Sentinel-2A. Oben rechts im Bild ist der schneebedeckte Vulkan Ätna zu sehen.
Im Januar schoss der Satellit Copernicus Sentinel-2A dieses beeindruckende Foto aus dem All. Die Musa Bay im Iran erstrahlt in hellem Türkis. Das verzweigte System aus Wasseradern schafft ein einzigartiges Ökosystem.
ESA-Astronaut Thomas Pesquet verbrachte fast die Hälfte des Jahres 2017 auf der ISS und beeindruckte immer wieder mit seinen spektakulären Aufnahmen, die er in seiner Freizeit schoss. Dieses faszinierende Foto der polynesischen Insel Tahaa setzte er aus vielen Einzelbildern zusammen. Um das Eiland herum erstreckt sich ein grosses Korallenriff.
So hatte man den Vesuv zuvor noch nicht gesehen. Aus dem Blickwinkel von Pesquet, der das Bild im Mai geschossen hat, wirkt der Vesuv besonders imposant. Rund herum bis an den Fuss des noch aktiven Vulkans erstreckt sich die Metropolregion von Neapel.
Boliviens Salar de Uyuni: die grösste Salzpfanne der Welt. Die Ebene erstreckt sich über 10.000 Quadratkilometer in den zentralen Anden. Vor 40.000 Jahren war dieser Bereich Teil eines riesigen Sees. Dieser trocknete aus und hinterliess die Salzpfanne. Die geometrischen Formen sind grosse Verdunstungs-Teiche, wo Lithium aus Salzsole isoliert wird. Ein ESA-Satellit nahm das beeindruckende Landschaftsbild im Mai auf.
Das Great Barrier Reef mit seinen über 1.000 Fischarten ist das weltweit am stärksten geschützte Meeresgebiet. Was der Satellit Copernicus Sentinel-2A im Juni jedoch eingefangen hat, ist besorgniserregend. Schon wieder zerstört eine Korallenbleiche Teile des Riffs. Dies geschieht, wenn für die Korallen überlebenswichtige Algen durch die hohen Wassertemperaturen vertrieben werden.
Auch diese Collage entstand in der Freizeit des ESA-Astronauten. Aus vielen Einzelbildern setzte er ein detailgetreues Abbild der Ballungsgebiete von Paris zusammen. Links schiebt sich eine bedrohlich wirkende Wolkendecke ins Bild.
Mitten in der kargen Landschaft nahe der Stadt Moab in Utah erspäht ein NASA-Astronaut im Juli Wasserbassins in kräftigen blauen Farben. Auf 160 Hektar erstrecken sich die Becken, in denen für die Landwirtschaft wichtige Kalisalze durch Verdunstung gewonnen werden. Die satten Farben entstehen durch den Einsatz von verschiedenen Farbstoffen, welche die Verdunstung beschleunigen.
Eine Fläche doppelt so gross wie Luxemburg treibt seit Juli in das Südpolarmeer. Das riesige Eisschelf brach von der antarktischen Halbinsel ab. Seitdem begleiten Satellitenbilder, wie der Riese sich weiter vom Festland entfernt.
Die Landbarrieren vor Venedig schützen die Altstadt vor den Naturgewalten. Gerade in der oberen Hälfte sieht man aber auch, wie die Nutzung von Wasserfahrzeugen die Lagune immer weiter trübt. Auf dem Foto eines NASA-Astronauten erkennt man auch die Strasse, die ans Festland nach Mestre führt. Auch der Flughafen scheint mit einer Brücke verbunden zu sein. Tatsächlich sind es allerdings die zahlreichen Motorboote, die Touristen und Einheimische in die Stadt bringen.
Die Hurrikan-Saison schlug diesen Herbst besonders heftig zu. Wie auf diesem Satellitenbild der NASA gut zu erkennen ist, bewegten sich gleich drei Stürme gleichzeitig auf die Küste der USA zu. Katia, Irma und Jose (von links) verwüsteten ganze Landstriche und verursachten Schäden in dreistelligen Milliardenbeträgen.
Im September dokumentierte ein Satellit der NASA, wie das immense Wirtschaftswachstum in China die Landschaft dramatisch verändert. Vor 30 Jahren war diese Region der Shandong-Halbinsel noch ein ausgedehntes Watt, Heimatort von unzähligen Vogelarten. Heute gestaltet der Mensch die Landschaft.
Nicht nur in Südeuropa wüteten dieses Jahr verheerende Waldbrände. Auch in Kalifornien zerstörten die Flammen viele Hektar Wald. Hier ziehen zum Beispiel im Oktober die Rauchschwaden aus dem Napa Valley aufs offene Meer hinaus.
Auch aus dem All lässt sich das Paradies noch erahnen: Fidschi mit seinen traumhaften Stränden, den hier gut sichtbaren Korallenriffen und dem türkis-blauen Meer. Wie lange die niedrig liegenden Inseln noch existieren, ist fraglich. Das Archipel ist durch den Klimawandel bedroht. Wie die Satelliten der ESA gemessen haben, macht der steigende Meeresspiegel sich hier deutlich bemerkbar.