Jahresrückblick 2019: Das waren die Highlights und die Tragödien

Mondlandungen, Demonstrationen und Skandale: Diese Momente bleiben uns von 2019 in Erinnerung.

22. Dezember 2018 bis 25. Januar 2019: 35 Tage dauerte der längste "government shutdown" der US-Historie. So lange waren der US-Kongress und die US-Regierung um Präsident Trump nicht in der Lage, einen neuen Bundeshaushalt zu verabschieden oder die Schuldengrenze heraufzusetzen. Rund 800.000 Beamte waren vom Shutdown betroffen und mussten zum Teil auf ihre Gehälter warten. Der US-Wirtschaft entstand ein geschätzter Schaden von rund 11 Milliarden Dollar.
3. Januar: Mehr als 50 Jahre nach der ersten Mondlandung gelang der chinesischen Raumfahrtbehörde "CNSA" die erste Landung auf der erdabgewandten Seite des Mondes. Der Lander "Chang'e 4" sowie ein kleiner Rover sendeten bereits kurz nach der Landung erste Bilder zurück zur Erde.
März: Die Bewegung "Fridays for Future" organisiert weltweite Schülerstreiks gegen den Klimawandel. In über 100 Ländern, darunter auch Deutschland, demonstrieren Hunderttausende. Über das gesamte Jahr hinweg gibt es weitere Massendemonstrationen.
15. März: Bei einem Terroranschlag auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch erschiesst ein 28-jähriger australischer Rechtsextremist 51 Menschen. Neuseelands Regierung unter Premierministerin Jacinda Ardern (Bild) verschärft daraufhin die Waffengesetze.
Ende März: US-Sonderermittler Robert Mueller übergibt seinen Abschlussbericht zur Russland-Affäre an den Justizminister. Präsident Donald Trump sieht sich vom Vorwurf geheimer Wahlkampfabsprachen mit Russland entlastet. Ob Trump die Justiz tatsächlich behindert hat, bleibt offen.
21. April: Zum Ostersonntag kamen durch eine Serie von Bombenanschlägen in Sri Lanka 253 Menschen ums Leben. Weitere 485 Menschen wurden verletzt. Insgesamt kam es an acht unterschiedlichen Orten zu Detonationen, darunter in Kirchen und Hotels. Die Behörden machen radikal islamistische Gruppierungen für die Anschläge verantwortlich. Inzwischen hat sich der sogenannte Islamische Staat zu den Taten bekannt.
17. Mai: Die Süddeutsche Zeitung und Spiegel Online veröffentlichen Ausschnitte aus dem inzwischen berühmten "Strache-Video". Die Aufnahmen aus 2017 zeigen Österreichs Vizekanzler Hans-Christian Strache (FPÖ) auf der Mittelmeerinsel Ibiza im Gespräch mit einer ominösen "Russin". Er spricht über potenzielle Grossspenden an die FPÖ und eine mögliche Beteiligung an der "Kronen Zeitung", woraus man sich positive Berichterstattung erhoffte. Als Resultat der bekanntwerdenden Korruption und der Umgehung von Gesetzen zur Parteienfinanzierung trat Hans-Christian Strache von sämtlichen politischen Ämtern zurück. Die Veröffentlichungen hatten ausserdem einen Regierungsbruch und Neuwahlen in Österreich zur Folge. Der gesamte Vorfall ging als "Ibiza-Affäre" in die Geschichte ein.
18. Mai: Der YouTuber Rezo veröffentlicht ein Video, in dem er insbesondere mit den politischen Positionen der Union und der SPD hart ins Gericht geht. Das Video mit dem Titel "Die Zerstörung der CDU" wurde bis heute millionenfach geklickt und löste in der Folge eine bundesweite Debatte aus. Da der Beitrag des YouTubers unmittelbar vor der Europawahl veröffentlicht wurde, gehen Forscher davon aus, dass das Video einen grossen Einfluss auf das Wahlverhalten von vor allem Erstwählern hatte.
24. Mai: Grossbritanniens Premierministerin Theresa May gibt ihren Rücktritt bekannt. Sie zieht damit die Reissleine, nachdem ihr "Brexit-Deal" im Parlament erneut gescheitert war. Das schlechte Abschneiden ihrer Partei in den vergangenen Europawahlen sowie wachsender Druck aus der Bevölkerung und den eigenen Reihen liessen Theresa May am Ende kaum noch eine Alternative.
2. Juni: Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) wird vor seinem Wohnhaus erschossen. Als Tatverdächtiger gilt der hessische Rechtsextremist Stephan Ernst. Ernst legte einige Tage nach seiner Festnahme ein Geständnis ab, welches er aber später widerrief. Der Mordfall Lübcke löste in Deutschland eine öffentliche Debatte über rechtsextremistische Straftäter und Organisationen aus.
16. Juli: Nachdem sich die Staats- und Regierungschefs der EU nicht auf einen der Kandidaten für den Posten des EU-Kommissionschefs einigen konnten, wird Ursula von der Leyen (zu dieser Zeit noch Verteidigungsministerin) als Junkers Nachfolgerin auserkoren. Am 16. Juli wird sie vom EU-Parlament gewählt und somit zur ersten deutschen Kommissionschefin in der Geschichte der Europäischen Union. Seit 1. Dezember 2019 ist sie offiziell im Amt.
19. Juli: Der Investmentbanker Jeffrey Epstein wurde wegen angeblichen Menschenhandels mit minderjährigen Mädchen in Florida und New York verhaftet. Epstein, der regelmässig in exklusiven Kreisen verkehrte, wurde schliesslich vor Gericht zu 18 Monaten Haft verurteilt. Am 23. Juli wurde Epstein bewusstlos und mit Verletzungen am Hals in seiner Zelle gefunden. Ob es sich um einen Suizidversuch handelte, ist bis heute nicht vollends geklärt. Am 10. August wird Epstein dann tot in seiner Zelle gefunden. Sein Tod sowie dessen Umstände zogen einen Justizskandal in den Vereinigten Staaten nach sich.
29. Juli: Ein offenbar psychisch kranker Mann aus Eritrea stösst den achtjährigen Leo und seine Mutter in das Gleisbett vor einem einfahrenden ICE am Frankfurter Hauptbahnhof. Die Mutter kann sich noch retten, doch für das Kind kommt jegliche Hilfe zu spät. Der Fall sorgte bundesweit für entsetzen. Mehr als 110.000 Euro Spenden kommen zusammen und eine Mahnwache wird abgehalten. Der Gerichtsprozess soll 2020 beginnen.
August: Aus Protest gegen den Einfluss Chinas rufen Hongkongs Oppositionelle im August einen Generalstreik aus. Im Verlauf der fast täglichen Demonstrationen werden die Auseinandersetzungen auf beiden Seiten immer gewalttätiger.
Sommer: Im Amazonas-Regenwald brachen gewaltige Waldbrände aus. Besonders in Brasilien, aber auch in Kolumbien, Bolivien und anderen südamerikanischen Staaten brannten in nur fünf Tagen insgesamt 471.000 Hektar ab. Es wird viele Jahrzehnte dauern, bis sich die zerstörten Flächen wieder erholt haben.
September: Nachdem ein anonymer Whistleblower schwerwiegende Anschuldigungen gegen US-Präsident Donald Trump erhoben hat, beginnen die "Impeachment-Ermittlungen". Trump wird vorgeworfen, sein Amt missbraucht zu haben, um an belastende Informationen gegen seine politischen Gegner zu gelangen. Inzwischen hat der US-Kongress ein offizielles Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Donald Trump ist erst der dritte Präsident, der ein solches Verfahren durchläuft.
14. September: Drohnenangriffe auf zwei Ölraffinerien Saudi-Arabiens legen die Hälfte der Produktion des Landes lahm. Jemens Huthi-Rebellen bekennen sich zu den Angriffen. Saudi-Arabien und die USA beschuldigen den Iran. Teheran weist das jedoch zurück.
9. Oktober: Nach dem Truppenrückzug der USA aus dem Kurdengebiet im Norden Syriens beginnt die "Operation Friedensquelle" genannte Offensive der Türkei gegen die kurdischen YPG-Milizen. Bis zu einer von den USA durchgesetzten Waffenruhe am 17. Oktober werden mehrere Hundert Kurden getötet, etwa 300.000 Menschen flüchten.
9. Oktober: Zu Jom Kippur (dem höchsten jüdischen Feiertag) versucht der Rechtsextremist Stephan Balliet mit Waffengewalt in eine Synagoge in Halle einzudringen, um die versammelten Besucher zu ermorden. Nachdem sein Plan gescheitert war, erschoss er eine Passantin und einen Gast eines naheliegenden Döner-Imbisses. Auf seiner Flucht verletzt er zwei weitere Opfer, bevor er von der Polizei gestellt und festgenommen werden konnte.
26. Oktober: US-Präsident Donald Trump und sein Stab verfolgen einen geheimen Einsatz der US-Spezialkräfte. Amerikanische Elitesoldaten konfrontieren den Anführer des sogenannten Islamischen Staats, Abu Bakr al-Baghdadi, in Syrien. Nach einigen Feuergefechten und einem missglückten Fluchtversuch nimmt sich al-Baghdadi schliesslich mit einer Sprengstoffweste das Leben.