Jahresrückblick: Denkwürdiges Jahr für den FC Bayern

Das Jahr 2018 war für den FC Bayern ein Jahr voller skurriler Momente. Vom langzeitverletzten Manuel Neuer, über das Wechseltheater um Robert Lewandowski bis hin zur Rums-Pk von Uli Hoeness und Karl-Heinz Rummenigge. Wir fassen das Bayern-Jahr für Sie zusammen.

"Es sieht gut aus". "Er macht Fortschritte". "Wir schauen von Woche zu Woche". Manuel Neuers Genesungsprozess beherrschte zu Jahresbeginn die Schlagzeilen. Der Torwart laborierte an einem Mittelfussbruch. Sein Comeback war für den Beginn der Rückrunde geplant. Stattdessen lief er in der Saison 2017/18 nicht mehr auf.
Jupp Heynckes hatte den Rekordmeister nach der Entlassung von Carlo Ancelotti im Oktober 2017 übernommen. Bereits bei seiner Vorstellung kündigte "Don Jupp" an, nur bis Saisonende als Trainer zu arbeiten. Uli Hoeness versuchte dennoch, Heynckes zum Bleiben zu überreden - ohne Erfolg.
Bayerns Verantwortliche begaben sich auf die Suche nach einem neuen Coach. Heissester Kandidat war Thomas Tuchel. Doch die Bayern-Bosse zögerten. Als sie sich schliesslich doch für Tuchel aussprachen, sagte dieser ab und ging lieber nach Paris.
Nach der Absage Tuchels gab es um jeden deutschsprachigen Trainer Spekulationen. Nach dieser Umarmung zwischen Heynckes und Freiburg-Trainer Christian Streich war auch Letzterer im Lostopf.
Sven Ulreich vertrat den verletzten Manuel Neuer - und hielt teilweise herausragend. Doch im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid passierte es. Auf einen Rückpass Thiagos folgte Ulreichs Blackout. Karim Benzema bedankte sich und schob zum 2:1 für Real ein. Das Spiel endete 2:2. Die Bayern waren draussen.
Ende April gaben die Bayern, rechts Sportdirektor Hasan Salihamidzic, die Verpflichtung von Niko Kovac bekannt. Der Kroate spielte von 2001 bis 2003 bei den Münchnern. Co-Trainer wurde sein Bruder Robert Kovac, der ebenfalls eine Vergangenheit beim Deutschen Meister hat.
Vor Kovacs Dienstantritt holten die Bayern noch ihre sechste Meisterschaft in Serie. Wieder ein Rekord. Mit 21 Punkten Vorsprung auf den FC Schalke liefen die Münchner durchs Ziel.
Eine Woche später trafen die Bayern im DFB-Pokalfinale auf Eintracht Frankfurt und ihren zukünftigen Trainer. Mit 3:1 besiegten Kovacs Jungs sensationellerweise dessen neuen Verein. Es war nach 30 Jahren - auch damals wurde sie Pokalsieger - der erste Titel für die Eintracht.
Die Spieler der Münchner zeigten sich indes als schlechte Verlierer. Sie standen nicht Spalier, als die Frankfurter sich ihre Medaille und den Pokal abholten. Sandro Wagner, überdies nicht für die WM nominiert, schmiss seine Medaille sogar weg.
Leon Goretzka war der einzige Spieler, den die Bayern im Sommer verpflichteten. Sportdirektor Hasan Salihamidzic präsentierte ihn. Der frühere Bochumer kam aus Schalke ablösefrei zum Rekordmeister. Ausserdem kehrten Renato Sanches und Serge Gnabry nach einjährigen Leihen zurück.
Geht er oder bleibt er? Robert Lewandowski blieb bei den Bayern. Uli Hoeness und Karl-Heinz Rummenigge erklärten den Angreifer für unverkäuflich - obwohl die Münchner angeblich 100 Millionen Euro von Real Madrid für den Polen hätten kassieren können.
DER Aufreger zu Beginn der neuen Saison waren die Auswärtstrikots der Münchner. In dieser Spielzeit haben die Bayern mintgrüne Trikots in ihrer Kollektion. Viele Fans können mit dieser Farbwahl nichts anfangen.
Das erste Pflichtspiel der neuen Saison bestritt der Meister gegen den Pokalsieger aus Frankfurt. Es kam zu einem Wiedersehen zwischen Kovac und seinem alten Verein. Die Münchner gewannen verdient mit 5:0 und präsentierten sich bereits zu Beginn der Saison in absoluter Topform.
Der FC Bayern gewann seine ersten sechs Pflichtspiele en bloc. Mit dem Remis gegen den FC Augsburg kam der Bruch. Es folgten vier sieglose Spiele in Serie. Ungewohnt für den Rekordmeister. Doch nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Art und Weise, wie die Mannschaft auftrat, war teilweise erschreckend.
Nachdem sich die Medien kritisch zu Leistungen der Spieler geäussert hatten, kam es zur denkwürdigsten Pressekonferenz des Jahres. Uli Hoeness, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic stellten sich vor Spieler und Trainer und unterstellten den Medien Polemik, Unverschämtheit und die Verletzung von Artikel eins des Grundgesetzes: der Menschenwürde.
Bei Thomas Müller läuft es auch in dieser Saison nicht rund. Seine Frau Lisa findet es trotzdem nicht gut, wenn ihr Mann nur auf der Bank sitzt. Beim Spiel gegen den SC Freiburg wurde Müller erst nach 70 Minuten eingewechselt. Seine Frau schoss davon ein Foto und lud es auf Instagram hoch. Ihr Kommentar dazu: "Mehr als 70 Minuten bis der mal n Geistesblitz hat". Eine klare Botschaft an Niko Kovac.
Nach fünf Siegen und einem Remis aus sechs Spielen reisten die Münchner zum Spitzenspiel nach Dortmund. Dort zeigte der deutsche Rekordmeister seine beste Saisonleistung und musste sich dennoch mit 2:3 geschlagen geben.
Nach dem Spiel in Dortmund sorgte Franck Ribéry für einen Eklat. Der Franzose wurde gegenüber einem französischen Reporter von beIN Sports France handgreiflich. Laut des Senders soll Ribéry Patrick Guillou geohrfeigt und beleidigt haben.
Gerüchten zufolge dachten die Bayern über einen Austritt aus der Bundesliga und einen Eintritt in die geplante Super League nach. Präsident Uli Hoeness schob dem Ganzen Mitte November jedoch einen Riegel vor. Solange er im Verein etwas zu sagen habe, werde der FC Bayern nicht aus der Bundesliga austreten.
Zwei Wochen nach dem bitteren 2:3 beim BVB war Fortuna Düsseldorf beim FC Bayern München zu Gast. Eine vermeintliche Pflichtaufgabe für den Deutschen Meister. Zudem war die starke Leistung aus Dortmund in bester Erinnerung. Der mutig spielende Aufsteiger aber entriss den Bayern nach einem 1:3-Rückstand in den letzten Minuten den sicheren Sieg. Dodi Lukebakio wurde zum Helden. Der Newcomer erzielte alle drei Treffer.