Vergessen Sie Donald Trump, David Bowie oder welch' unwichtige Gestalten dieses Jahr noch ihre Timeline gekreuzt haben – Sarah und Pietro Lombardi waren DAS Thema 2016. Stöhnen Sie nicht so, wir haben Klickzahlen und die schreien laut und deutlich: "Gebt uns mehr!". Daher nun die ultimative Zusammenfassung der gehyptesten B-Promi-Trennung des Jahres!

Erster Akt: Verblendung

Pietro und Sarah 2011 – noch glücklich vereint.

Asche zu Asche, Staub zu Staub, Glitzer zu Glitzer: Alles begann auf der Bühne, alles endet auf der Bühne. Was bisher geschah: Nachdem der DSDS-Pfeil von Amor-Bohlen Sarah und Pietro Lombardi 2011 getroffen hatte, wurde geliebt und geknutscht, was das menschgewordene Sendekonzept hält. Vor der Kamera tanzten die frisch Verheirateten als Traumpaar der seichten Fernsehunterhaltung in Formaten wie "Sarah und Pietro bekommen ein Baby" oder "Sarah und Pietro bauen ein Haus" über den Bildschirm und schmissen dabei mit Säcken voll Reis um sich.

Wir schreiben den 12. Oktober 2016, als das traute Reality-Leben von der Realität eingeholt wird. An diesem schicksalshaften Tag liegt die neue "OK"-Zeitschrift am Kiosk, die Fotos enthält, die Sarah und einen unbekannten Mann beim Kuscheln und Küssen auf dem Bett zeigen.

Der Mann ist ihr Ex-Freund, die Fotos sind allerdings aktuell, wie aufmerksame Fans anhand der Handyhülle herausfinden. Die Beschuldigte streitet erst mal alles ab, der gutmütige Pietro folgt ihr mit blindem Vertrauen: "Da hat sich wohl ein Freak Zeit genommen, um gute Fotomontagen zu basteln."

Zweiter Akt: Verdammnis

Dann geht es richtig los: Zwei Tage nach der grossen Enthüllungsstory macht es auch bei Pietro "Klick" und er löscht plötzlich den Verteidigungs-Post für seine Frau sowie jegliche Sarah-Bilder von seiner Facebook-Seite und ward fortan nur noch ohne Ehering zu sehen. Genug Beweise für das Internet-Gericht: Sarah hat ihn betrogen!

Aus irgendeinem Grund spricht plötzlich ganz Deutschland über das Thema. 160.000 eingereichte Scheidungen pro Jahr sorgen wohl für viel Identifikationspotenzial – selbst wer noch nie DSDS gesehen hatte, googelt in einsamen Stunden plötzlich den Namen der Lombardis.

Als nächstes wird die "Sau" durchs World Wide Web gejagt. Über Sarah ergiesst sich eine Welle des Hasses, die vermuten lassen könnte, dass sich die ehemalige Engels jeden Morgen einen Smoothie aus pürierten Katzen-, Hunde-, Panda- und Robbenbabys gönnt. Besorgte Wut-Fans fordern, dass Sohn Alessio vor seiner Mutter beschützt werden müsste. Hexenverfolgung ist nichts dagegen. Sarah flüchtet mit Kind in den Griechenlandurlaub, der eigentlich eine Reise-Doku mit Pietro werden sollte.

Am 26. Oktober bestätigt das Management die Trennung der Lombardis. Jetzt nimmt sich sogar Jan Böhmermann der Geschichte an.

Mittlerweile werden ganze psychologische Essays zu den unterschiedlichen Bewältigungsformen der Getrennten verfasst. Während Pietro scheinbar ganz Deutschland auf seiner Seite hat und mit der ihm Gott gegebenen Blauäugigkeit in die Zukunft schaut, steht Sarah ziemlich alleine da. Prozentual zu den Klickzahlen berichten immer mehr Leser in den Kommentaren von umfallenden Reissäcken in China.

Dritter Akt: Vergebung?

Die Dramatik steigt. Bei einem Treffen "schubst" Pietro Sarah, was einen Polizeieinsatz nach sich zieht und irrerweise einen Candystorm für Pietro. Der gibt den Schubser kurz darauf mit vielen Ausrufezeichen auf Facebook zu und bekommt in 7.500 mitfühlenden Kommentaren Unterstützung zugesichert. Viele äussern ausserdem die Meinung, dass Sarah "noch viel mehr verdient" hätte. Hallo Internet, geht's noch?

Am 10. November, fast exakt einen Monat nach Bekanntwerden ihrer Affäre, meldet sich Sarah erstmals ausführlich zu Wort, gibt zu, dass sie sich schämt und zu bedenken, dass es in einer glücklichen Ehe nicht dazu gekommen wäre. Natürlich beruhigt das die moralisch überlegenen Pietro-Anhänger endlich – nicht.

Dann taucht ein Video zum Schubser auf, heimlich aufgenommen, vermutlich von Sarah. Die Fans fühlen sich bestätigt: Sie wollte ihn in eine Falle locken, hätte ihn provoziert, um besser dazustehen. Dass Pietro an einer Stelle sagt "Ich schwöre bei Gott, ich f***e dich richtig! Ich schwöre bei meinem Kind, auf seinen Tod", scheint die Fans genauso wenig zu beeindrucken wie Sarahs Andeutung "Die Leute kennen die Wahrheit doch gar nicht." Wahrheit? Welche Wahrheit? Irgendwie interessiert sich dafür merkwürdigerweise niemand.

In heimlich gefilmtem Video beschimpft Pietro seine Ex Sarah.

Jetzt, wo die Geschichte ihren ganzen Nonsens-Glam verliert und langsam beginnt, wirklich unschön zu werden (und eventuell noch an gesellschaftlicher Relevanz gewinnt), verabschieden sich beide Lombardis mit letzten Statements von Social Media. Gott sei Dank. Haben die Physiker endlich Zeit, sich um die ernsthaften Gravitations-Schwerkraft-Magnetfeld-Probleme im Falle der umkippenden Reissäcke zu kümmern.

Sarah und Pietro Lombardi wollen sich am Mittwochabend in der TV-Sendung "Sarah & Pietro – Die ganze Wahrheit" ausführlich zum Trennungsdrama äussern - sehr zur Verwunderung vieler Fans. Auf Facebook erklären die beiden nun, warum sie diesen Schritt gehen.

Fortsetzung folgt ...

... schneller als gedacht: Es geht weiter, Lombardies, Lombardas. RTL II liefert, wonach die Menschheit verlangt: "Sarah und Pietro – die ganze Wahrheit". Die Trennungsshow, tatsächlich. Schöne neue Medienwelt.

Von einer Show zur nächsten: Sarahs und Pietros öffentliches Leben.

Der 1.Teil (!) des grossen Showdowns beschert dem Sender absolute Traumquoten – manche Medien tickern das Event sogar. Viel Neues bringt die grosse Wahrheit aber nicht, nur eins scheint sicher: Es wird ganz sicher kein Comeback für die Lombardis geben, auch wenn Sarah das gerne hätte.

Denn Pietro hat mit der ganzen Sache schon abgeschlossen, weshalb er auch die Bedingung stellt, Sarah beim Dreh der neuen Sendung nicht sehen zu müssen. Der Welpe der Nation muss sich jetzt auf das Erwachsenwerden konzentrieren und all das lernen, was anscheinend Sarah für ihn gemacht hat: "Alleine einrichten, kochen, waschen, alles was dazu gehört. Das ist natürlich nicht einfach, aber ich glaube, man kann alles lernen im Leben. Ich freu mich auch auf diesen Schritt", so Pietro. Und notfalls können sicher die Kameramänner helfen.

Wir freuen uns jedenfalls auch auf diesen Schritt, Pietro. Mögen dir der Herd und die Waschmaschine wohlgesinnt sein und deine nächste Frau treu und kamerascheu. Und hoffentlich findet es Alessio im lesefähigen Alter interessant und nicht schlimm, dass seine Eltern die vermutlich am besten dokumentierte Liebes- und Scheidungsgeschichte Deutschlands vollzogen haben.

Auf dass die Plage mit den Reissäcken bald ein Ende findet.   © top.de