Heute vor 15 Jahren: Brand der Anna Amalia Bibliothek jährt sich

Heute vor genau 15 Jahren bricht ein Feuer in der historischen Anna Amalia Bibliothek in Weimar aus. Tausende unersetzliche Schriftstücke sind in Gefahr.Wir blicken zurück auf die Geschehnisse.

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar wurde 1691 gegründet. Herzog Wilhelm Ernst machte damals seine 1.400 gesammelten Bücher für die Öffentlickeit zugänglich.
In den folgenden Jahren wuchs der Bestand stetig an. Nach 30 Jahren enthielt die Bibliothek 11.000 Bücher.
Die Bibliothek war zu Beginn im Residenzschloss untergebrach, bevor sie 1766 in das Grüne Schloss mit seinem berühmten Rokokosaal umzog.
Am Abend des 2. September 2004 bricht ein Feuer im Hauptgebäude aus. Der Dachstuhl der 1991 nach Herzogin Anna Amalia benannten Bibliothek steht in Flammen.
Die Feuerwehr ist in der Lage, den Brand im zweiten Stock des Rokokosaals zu stoppen. Noch während das Gebäude brennt, werden unter anderem 28.000 Bücher, darunter die Lutherbibel von 1534, aus der Bibliothek gerettet.
Bis heute ist nicht sicher, was den Brand verursachte. Laut Erfurter Staatsanwaltschaft wurde er wahrscheinlich durch ein defektes Elektrokabel verursacht.
Insgesamt fielen circa 50.000 Bücher sowie 35 Gemälde den Flammen zum Opfer. Weitere 62.000 Bände wurden durch das Feuer und die anschliessenden Löscharbeiten beschädigt.
Insgesamt entstanden durch den Brand Schäden in Höhe von etwa 67 Millionen Euro.
Die beschädigten Werke wurden umgehend in das Zentrum für Bucherhaltung in Leipzig transportiert.
Einen Monat nach dem Brand in der Anna Amalia Bibliothek kehrten die ersten gefriergetrockneten Bücher in das Tiefmagazin der Bibliothek zurück.
Jahrelang wurden in der Restaurierungswerkstatt der Klassik-Stiftung für brandgeschädigtes Schriftgut in Weimar Bücher restauriert, die bei dem Grossfeuer 2004 beschädigt wurden.
Der von privaten und öffentlichen Spendern unterstützte Wiederaufbau der Bibliothek wurde im Sommer 2007 abgeschlossen.
Am 24. Oktober 2007 wird die Herzogin Anna Amalia Bibliothek durch Bundespräsident Horst Köhler schliesslich wiedereröffnet.
Die Sanierung des zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Gebäudes kostete 12,8 Millionen Euro.
Seit Oktober 2007 hat die Bibliohek wieder geöffnet. Die Forschungsbibliothek verfügt inzwischen über eine Millionen Bände aus dem 9. bis 21. Jahrhundert.