In der Flughafen-Firma Gate Gourmet wurde ein Mitarbeiter nach 28 Jahren fristlos gekündigt. Der Grund: Er habe ein einwandfreies Weggli anstatt es wegzuwerfen vom Servier-Tablett genommen und gegessen.

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Wer stiehlt, der fliegt. Doch manchmal werden Arbeitnehmer nicht nur gefeuert, wenn sie Geld aus der Kasse nehmen. Ein besonders kurioser Fall von 2018 wurde jetzt erst veröffentlicht: Wie "20min.ch" berichtet, wurde ein 58-jähriger Schweizer vom Catering-Unternehmen Gate Gourmet gefeuert, weil er am Flughafen Genf ein einwandfreies Brot von einem Tablett nahm und es ass, anstatt es in der Mülltonne zu entsorgen.

Bagatellkündigung wegen ein paar Franken

Der Mann arbeitete 28 Jahre lang zuerst für Swissair, dann für Gate Gourmet, um Flugzeug-Tabletts zu reinigen und zu entleeren. "Ich habe es von einem Tablett genommen, und mein Chef stand kurz darauf hinter mir", erzählt der 58-Jährige. Der Chef sei daraufhin ins Verwaltungsbüro gegangen. Die Folge: fristlose Kündigung! "Ich habe nichts falsch gemacht", beteuert der Mann.

Mitarbeiter weniger wert als der Müll

Für die Unia ist diese Bagetellkündigung nur ein Vorwand, um einen zu teuren Mitarbeiter loszuwerden. Wegen seiner langjährigen Erfahrung und seines Dienstalters verdiente der Schweizer mit 4571 Franken mehr als der Durchschnittslohn des Catering-Unternehmens. "Es ist grotesk, der Angestellte ist weniger wert als der Müll!", sagt Dominique Deillon, Gewerkschaftssekretär bei Unia. Die Gewerkschaft möchte sich jetzt gegen die Entlassung wehren.

Ein Sprecher von Gate Gourmet wollte sich nicht zu dem Fall äussern, bestätigte aber: "Bei Lebensmittelabfällen, die aus Flugzeugen zurückkommen, gelten sehr strenge Regeln. Das Gesetz verlangt ausdrücklich, dass wir all diese Produkte vernichten." (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

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