Die Zahl der Toten nach dem Gebrauch von E-Zigaretten in den USA steigt weiter an: Über 40 Menschen seien bislang gestorben. Die Gesundheitsbehörde CDC sieht Vitamin-E-Öl als mögliche Ursache. Das Öl wird auch in der Schweiz vertrieben.

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Die Krise um E-Zigaretten in den USA weitet sich aus: Die Zahl der Toten ist inzwischen auf über 40 gestiegen, es gibt 2.172 bestätigte Fälle. Die Opfer stammen aus 24 US-Bundesstaaten.

Besonders heikel: Die Ursache für die Lungenschäden nach dem Gebrauch von E-Zigaretten ist laut der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC immer noch nicht abschliessend geklärt.

Als eine mögliche Ursache war zuletzt ein aus Vitamin E gewonnenes Öl, ein Vitamin-E-Azetat, ausgemacht worden - welches auch in der Schweiz vertrieben wird.

Öl nutzt Lücke im Lebensmittelrecht

"Es handelt sich um das erste Mal, dass wir eine mögliche besorgniserregende Chemikalie in Proben von Patienten mit diesen Lungenkrankheiten entdeckt haben", hatte die Behörde mitgeteilt.

Liquids für elektrische Zigaretten bestehen normalerweise aus drei Bestandteilen: Propylenglykol, Vegetable Glycerin und Lebensmittelaromen. Keiner dieser Inhaltsstoffe sei ölhaltig. Zudem verbiete das entsprechende EU-Gesetz die Beigabe von Zusätzen wie Vitaminen in Liquids für E-Zigaretten.

Brisant sei jedoch, dass das Vitamin-E-Azetat zum Inhalieren im Schweizer Lebensmittelrecht nicht explizit geregelt sei.

Gefährlich wird Vitamin E beim Einatmen

Vitamin E kommt in verschiedenen Nahrungsmitteln wie Nüssen oder Ölen vor. Wegen seiner molekularen Struktur kann der Stoff jedoch beim Einatmen gefährlich werden. Auch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) verfolgt die jüngsten Erkenntnisse zum möglichen gesundheitsgefährdenden Dampf.

Wie Sprecherin Eva van Beek gegenüber dem Nachrichtenportal "Nau." erklärt, könne das Vitamin-E-Azetat "in Lebensmitteln unter bestimmten Voraussetzungen verwendet werden".

Bereits vor einigen Jahren sei die Verwendung des Vitamin-E-Azetats als Tabakzusatzstoff diskutiert worden, weil durch die antioxidativen Eigenschaften eine verminderte Toxizität des Tabakrauchs erwartet wurde. Derzeit sollen jedoch widersprüchliche Daten zur inhalativen Aufnahme vorliegen.

Gerade weil E-Zigaretten relativ neue Produkte sind, seien die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen des Konsums noch weitgehend unbekannt. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN