Diese Entscheidung sorgt für Unverständnis bei den Kunden von Coop: Der Grossverteiler will sein Naturafarm-Sortiment 2019 reduzieren. Doch genau diese Produkte garantieren Bestnoten in puncto Tierwohl.

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Auf seiner Webseite wirbt Coop mit seiner Eigenmarke Naturafarm. Sie sei ein "Bekenntnis zum Tierwohl" und garantiere, dass die Tiere sich auf den entsprechenden Höfen nicht nur "frei bewegen und nach draussen gehen" können. Es gebe auch separate Bereiche, wo sie "fressen, schlafen und spielen können".

Doch jetzt kündigte der Grossverteiler an, das Naturafarm-Programm stark zurückzuschrauben, wie der Schweizer Bauernverband (SBV) in einer Mitteilung berichtet.

Kunden und Bauern sind sauer

Ein Aufschrei über den geplanten Rückgang der Produkte, die eine tierfreundliche Auslauf- und Freilandhaltung garantieren, geht nicht nur durch die Reihen der Kunden, die ihrem Ärger in den sozialen Medien Luft machen und mit Abwanderung zu anderen Supermärkten drohen.

Auch bei den betroffenen Bauern, die entsprechende Investitionen getätigt haben, macht sich Unmut breit.

"Das ist ein Rückschritt für das Tierwohl in der Schweizer Landwirtschaft und ein sehr grosses Problem für die Bauernfamilien", schreibt der SBV in seiner Mitteilung.

Laut dem Agrarportal Schweizer Bauer will der Konzern den Naturafarm-Produzenten von Kälbern und Schweinen das Label bei den Kälbern bis Ende 2019 streichen.

Auch die Menge der Schweine soll um 30 Prozent reduziert werden. Doch wie kam es zu dem Entschluss bei Coop?

Weniger Nachfrage als gedacht

Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit sinkenden Zahlen im Kalb- und Schweinefleischkonsum.

Zudem sei die Konkurrenz von Labelfleisch-Produkten zu hoch und die Nachfrage nach Naturafarm niedriger als erwartet.

Ab 2020 will es sich auf das Label Natura-Veal, eine geschützte Marke von Mutterkuh Schweiz, konzentieren – für den Bauernverband keine echte Alternative zu Naturafarm.

Denn mengenmässig könne sie durch kleineres Marktvolumen die bestehende Marke nicht ersetzen, so Martin Rufer, Leiter Departement Märkte beim Schweizer Bauernverband. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN

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