Der Anfang vom Ende der Sowjetunion: 30 Jahre unabhängiges Litauen

1990 erklärt die Republik Litauen ihre Unabhängigkeit und leutet damit den Zusammenbruch der Sowjetunion ein. Eine Rückblick in Bildern.

Nach Jahren der Sowjetherrschaft beginnt sich die Stimmung in Litauen zu verändern. Glasnost und Perestroika unter Michail Gorbatschow sind der Ausgangspunkt der litauischen Unabhängigkeitsbewegung.
Tausende Menschen protestieren im ganzen Land friedlich gegen die sowjetische Einflussnahme auf die heimische Politik.
Bereits 1988 gründet sich die Unabhängigkeitsbewegung "Sajudis". Unter der Führung des Musikprofessors Vytautas Landsbergis gelingt es der Bewegung die ersten freien Wahlen des Landes im Jahre 1990 für sich zu entscheiden.
Am 11. März 1990 erklärt das litauische Parlament die Unabhängigkeit Litauens von der UdSSR. Diese Entscheidung markiert den Beginn des Zusammenbruchs der Sowjetunion.
Um die Regierung Litauens zur Rücknahme der Unabhängigkeitserklärung zu bewegen, übt die Sowjetregierung unter Gorbatschow massiven Druck auf Litauen aus und verstärkte seine militärische Präsenz im Land.
In den frühen Morgenstunden des 12. Januar 1991 eröffnet die Rote Armee, die in die Hauptstadt Vilnius eingedrungen war, um Regierung und Kommunikation zu übernehmen, das Feuer auf eine Menge unbewaffneter Demonstranten vor dem Fernsehturm der Stadt. In den folgenden Tagen verteidigt das litauische Volk das Parlamentsgebäude und die Kommunikationszentren weiterhin mit gewaltfreien Mitteln.
Bei den Kämpfen mit der roten Armee, vor dem Parlamentsgebäude und dem Fernsehturm in Vilnius, werden insgesamt 14 unbewaffnete Zivilisten getötet.
Nach dem gescheiterten Putschversuch prorussischer Kräfte kommt es am 9. Februar 1991 schliesslich zum Referendum über die mögliche Unabhängigkeit. Eine überwältigende Mehrheit von 90,5 % stimmt dabei für die Unabhängigkeit Litauens.
Das erfolgreiche Referendum erklärt Gorbatschow für ungültig. Einige strategische Einrichtungen bleiben weiterhin von der roten Armee besetzt. In der Nacht zum 31. Juli 1991 werden am Grenzposten Medinikai an der litauisch-sowjetischen Grenze sieben Beamte getötet und einer schwer verletzt. Die Täter werden in den Reihen der sowjetischen Sondereinheit OMON vermutet.
In den kommenden Monaten wird Litauen von immer mehr Staaten offiziell anerkannt. Am 6. September 1991 erkennt schliesslich auch die Sowjetunion Litauens Unabhängigkeit an.
Vytautas Landsbergis wird nach der Unabhängigkeit zum ersten Staatsoberhaupt Litauens. Im ganzen Land herrscht Aufbruchsstimmung. 1999 wird Litauen nach erfolgreicher Reformpolitik sogar Beitrittskandidat der Europäischen Union, in die das Land am 1. Mai 2004 aufgenommen wird.