Nach brutalen Angriffen auf Polizisten in Zürich sowie auf Sanitäter in Bern wird der Ruf nach einer Verschärfung der Strafgesetze einmal mehr laut. Im Parlament sind entsprechende Forderungen zumindest früher jedoch abgelehnt worden.

Mehr aktuelle News lesen Sie hier

Am Mittwochabend sind Fussballfans auf Polizisten in Zürich losgegangen und haben sie mit mehreren Flaschen beworfen. In Bern hat ein Mann in der Nacht auf Mittwoch zwei Rettungssanitäter attackiert und schwer verletzt. Reto Nause, Sicherheitsdirektor Bern, hat auf die Angriffe reagiert und fordert jetzt eine klare Verschärfung der Gesetze bei Gewaltverbrechen gegen Beamte. Das berichtet unter anderem das Nachrichtenportal "20min.ch".

"Was muss denn noch alles passieren?"

"Es ist besonders perfid, wenn Rettungssanitäter, die helfen wollen, so hinterhältig angegangen werden", so Nause. "Was muss denn noch alles passieren, bis solche Täter härter bestraft werden?" Eine Freiheitsstrafe sei zwingend notwendig, um die Täter vollends zu belangen.

Bernhard Guhl, BDP-Nationalrat, sieht es genauso. "Die heutigen Strafen sind zu lasch, da reicht eine Geldbusse nicht." In einer parlamentarischen Initiative verlangt er, dass die Angreifer eine Haftstrafe von mindestens drei Tagen erhalten sollen.

Forderungen mehrfach versandet

Politiker haben solche Forderung schon früher im Parlament gestellt. Die Mindeststrafe konnte bis dato aber nicht durchgesetzt werden.

Für SP-Ständerat Daniel Jositsch sind sie auch der falsche Weg: "Wenn jemand, der in Rage einem Polizisten 'Tubel' austeilt dafür zwingend eine dreitätige Freiheitsstrafe kassieren soll, steht das in keinem Verhältnis zum Vergehen." Darüber hinaus lege das Problem bei den Richtern, die die Höchststrafe nie anwenden würden.

SVP-Nationalrat Primin Schwander pflichtet Jositsch bei. Auf der einen Seite solle man Richtern genügend Handlungsspielraum bei der Verurteilung geben, andererseits sollten schwerere Vergehen auch härter bestraft werden, findet er.

Die Subkommission des Ständerats würde die offenen parlamentarischen Initiativen sowie die Standesinitiativen überprüfen, so Jositsch. Somit könne man auf eine baldige Antwort auf die Forderungen hoffen. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN

Bildergalerie starten

Fotos aus aller Welt: Erstaunliche Augenblicke

Hier sehen Sie - ständig aktualisiert - die aussergewöhnlichsten Fotos aus aller Welt.