Schockierender Befund: Das Basler Trinkwasser ist bereits seit 15 Jahren mit einem krebserregenden Stoff belastet. Das haben nun Untersuchungen der Industriellen Werke Basel ergeben.

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Im Sommer 2018 war bei einer Analyse des Basler Trinkwassers ein chemischer Stoff entdeckt worden. Recherchen haben nun ergeben, dass bei den Untersuchungen der Stoff Ethyldimethylcarbamat identifiziert wurde, der bei höheren Konzentrationen krebserregend sein kann. Wie das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) berichtet, belaste der Stoff das Wasser bereits seit 15 Jahren.

Kein Grenzwert überschritten

"Wir haben unsere Daten mit den neuen Methoden und einer neuen Software durchsucht und haben den Stoff bis im Jahr 2004 zurück gefunden", bestätigt Richard Wülser, zuständig für die Analyse des Wassers bei den Industriellen Werken Basel (IWB) gegenüber SRF.

Weiter erklärt Wülser, dass in den vergangenen 15 Jahren der Grenzwert für den Stoff allerdings nie überschritten worden sei.

"Man hätte den Stoff schon lange finden können"

Doch warum hat man den Stoff über so einen langen Zeitraum nicht entdeckt? Diese Frage stellt sich auch Altlastenexperte Martin Forter: "Man hätte den Stoff schon lange finden können, wenn man gewollt hätte." Die IWB hätten die Stoffe jahrelang nur bis zu einer Untergrenze von 100 Nanogramm pro Liter untersucht. Zu den Ergebnissen sei man erst gekommen, als man die Untergrenze auf politischen Druck hin gesenkt hätte.

Ethyldimethylcarbamat fällt bei der Produktion eines Pestizids der Pharmafirma Bayer in Muttenz an. Laut SRF hätten die IWB die Rohwasserentnahme aus dem Rhein zur Trinkwasserproduktion inzwischen gestoppt. Alternativ werde derzeit das Wasser aus dem Fluss Wiese genutzt. Darüber hinaus habe Bayer einen sogenannten Extraktionsapparat zur besseren Filterung des Abwassers eingeführt. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN