Die Geldstrafe für den vermeintlichen Terror-Scherz eines Baselbieters mag verhältnismässig mild ausfallen, doch er muss Verfahrenskosten in Höhe von knapp 100.000 Franken berappen.

Weitere aktuelle News finden Sie hier

Ein 26-jährige Baselbieter soll im Jahr 2017 in einem Bus vorgegeben haben, einen Terroranschlag zu planen. Das Strafgericht Basel-Stadt hat ihn nun zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 20 Franken verurteilt. Doch er muss tiefer in die Tasche greifen: Die Verfahrenskosten belaufen sich auf knapp 100.000 Franken.

Was war passiert?

Der Angeklagte sass Ende Mai 2017 in einem Nachtbus von Basel nach Arisdorf BL. Er telefonierte mit dem Handy und es machte auf Mitreisende den Anschein, als plane er einen Terroranschlag mit Giftgas, Sprengstoff und Waffen. Die Polizei wurde verständigt und die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen wegen Terror-Verdachts auf.

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Angeklagte das Telefonat nur vorgetäuscht hatte. Er selbst habe laut "20 Minuten" vor Gericht erklärt, er könne sich nicht mehr an die Aktion erinnern. Eine Anzeige wegen Schreckung der Bevölkerung erhielt er trotzdem.

Aussage gegen Aussage

In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft heisst es: "Sich der Wirkung angesichts der vermehrt stattfindenden Terroranschläge bewusst, nahm es der Beschuldigte zumindest in Kauf, die Passagiere in Angst und Schrecken zu versetzen". Es wurde eine bedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten gefordert.

Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Sie argumentierte, dass die Sicherheitskamera im Bus das Bild einer normalen Fahrt zeige und die zusammenhanglosen Aussagen nicht zum Schrecken der Bevölkerung ausreichen würden.

Eine "riesige Dummheit"

Das Urteil von Einzelrichterin Dorrit Schleiminger fiel mit einer bedingten Geldstrafe von 3.000 Franken gnädig aus. Der Angeklagte habe das Ganze nicht geplant, sondern eine "riesige Dummheit" begangen, so ihre Begründung.

Für den ausgelösten Terroralarm und die anschliessenden Untersuchungen muss er dennoch blechen. Die Verfahrenskosten von 99.176 Franken trägt der Angeklagte. (cam)  © 1&1 Mail & Media / SN