Eine Kuh ist auf einer Weide im Berner Oberland von einer Giftschlange gebissen worden. Daraufhin verendete das Tier.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

In der Region um Boltigen BE werden Nutztieren immer wieder Schlangenbisse zum Verhängnis. Für die Halter gehen damit erhebliche finanzielle Einbussen einher.

Im Berner Oberland starb nun eine trächtige Kuh nach einem Schlangenbiss. "Sie muss wohl am Abend oder in der Nacht gebissen worden sein", sagte Thomas Brönnimann der "Bauernzeitung". Der Landwirt gibt einen Teil seiner Kühe für die Sömmerung auf die Reidigenalp bei Boltigen BE. Das Euter des toten Tieres sei kohlrabenschwarz gewesen und man habe die Schlangenbisse genau erkennen können, informierte eine Älplerin die Zeitung.

Ziegen trifft es besonders oft

Brönnimann vermutet, dass die Verletzung von einer Viper stammt. Etwa ein- bis zweimal pro Jahr komme es vor, dass Nutztiere von einer Schlange verletzt werden, gibt Tierarzt Adrian Kurt an. Die Dunkelziffer sei aber höher. Besonders oft treffe es Ziegen. "Sie sind neugierig und gehen vielleicht mal auf eine Schlange zu."

Ulrich Burri vom Sömmerungsbetrieb auf der Reidigenalp weiss, welche Schlangenarten dort leben: Besonders häufig seien die beiden Viperarten Aspisviper und Kreuzotter: "Meist steigt die Kuh auf die Viper, diese wehrt sich dann mit Bissen."

Vierstelliger Schaden

Nicht immer sind die Bisse tötlich. Wohl aber im konkreten Fall. Brönnimann hatte keine Zusatzversicherung für Schlangen abgeschlossen. Die Folgen für seinen Betrieb mit 40 Mutterkühen seien immens gewesen, wie er der "Bauerzeitung" sagte. "Alles in allem haben wir sicher etwa 3.500 Franken verloren."

Auch andere Landwirte wie der Viehzüchter Alex Gobeli aus Saanen BE klagen über Verluste aufgrund von Schlangenbissen. So habe eine seiner Zuchtkühe nach dem Biss einer Schlange einen Abort erlitten. 2017 erlitt eine weitere Kuh einen Schlangenbiss ins Euter. Danach gab sie nicht mehr genug Milch und musste geschlachtet werden. (kms)  © 1&1 Mail & Media / SN