Das Universitäts-Kinderspital Zürich schlägt Alarm: Laut der dortigen Kinderschutzgruppe stieg im vergangenen Jahr die Zahl von sogenannten "Schüttelbabys" massiv.

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Ein Anstieg um 150 Prozent

Mit grosser Sorge hat die Kinderschutzgruppe des Universitäts-Kinderspitals Zürich festgestellt, dass im vergangenen Jahr die Verdachtsfälle von sogenannten "Schüttelbabys" stark angestiegen sind. Dies geht aus einer veröffentlichten Datenerhebung des Spitals hervor.

Bei fünf von zehn Säuglingen bestätigte sich letztendlich der Verdacht auf ein Schütteltrauma als Folge von Kindesmisshandlung. Noch im Jahr davor waren es lediglich zwei bestätigte Fälle – es handelt sich demnach um einen Anstieg um 150 Prozent.

Schutzgruppe hofft auf einen Statistik-Ausreisser

Im Zürcher Kinderspital besteht die Hoffnung, dass es sich dabei um "einen statistischen Ausrutscher" handelt. Dafür spricht laut "Bluewin.ch", dass in anderen Spitalen kein Anstieg von Kleinkindern mit Schütteltrauma festgestellt werden konnte.

Wie gefährlich die Folgen dieser Form der Kindesmisshandlung sind, wird noch einmal eindrücklich in dem Schreiben der Kinderschutzgruppe wiederholt: "Das Schütteln von Kleinkindern verursacht bei 2/3 der betroffenen Kinder bleibende Hirnschäden. Das Schütteln kann - auch wenn es nur ganz kurz ist - sogar zum Tod des Kindes führen."

Generelle Zahl der Kindesmisshandlung ist gestiegen

Insgesamt sind 2019 laut der Medienmitteilung 544 Fälle von Kindesmisshandlungen bearbeitet worden, 16 mehr als im Vorjahr. Bei 387 davon konnte die Misshandlung bestätigt werden, noch "bei 128 Kindern blieb der Verdacht bestehen, konnte aber nicht nachgewiesen werden." Somit konnte lediglich bei 29 Verdachtsfällen definitiv Entwarnung gegeben werden. (stk)  © 1&1 Mail & Media / SN