• Gewerblicher Betrug ist auch in der Schweiz verbreitet.
  • So verschicken Schwindler-Firmen an kleine und mittelständische Firmen Rechnungen für Ware, die nie bestellt wurde.
  • Am Ende steht ein Berg Ware und ein hoher Geldbetrag.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Früher waren es Druckerpatronen und Büroklammern, heute sind es Hygienemasken und Desinfektionsmittel: Die vermeintlich bestellten Produkte mögen sich über die Jahre geändert haben, die Betrugsmasche ist dieselbe: Viele Firmen fallen auf den Päckli-Trick herein und bezahlen Ware, die sie gar nicht bestellt haben.

So funktioniert’s: Ein Anrufer macht die Firma auf ein vermeintliches Guthaben aus einer alten Rechnung aufmerksam. Man könne ja nun etwas bestellen, um die Gutschrift auszugleichen, wie etwa Hygienemasken, Handschuhe oder Desinfektionsmittel. Doch hinter dem freundlichen Reminder steckt viel kriminelle Energie. Denn ist für den Betrag erst einmal die Ware geordert, folgt in den nächsten Tagen das böse Erwachen: Statt eines Päcklis bringt der Bote ein riesiges Paket oder gleich mehrere. Der zu zahlende Betrag hat sich ebenfalls vergrössert und übersteigt den Wert des Guthabens um ein Weites. Reklamieren? Fehlanzeige!

Eintrag ins Betreibungsregister vermeiden

Die Päckli-Masche kommt besonders häufig bei kleinen und mittelständischen Unternehmen zum Einsatz, wie SRF berichtet. Weil diese wegen niedriger Beträge wie 400 oder 500 Franken keinen Eintrag ins Betreibungsregister riskieren wollen, knicken sie am Ende ein und überweisen den fälligen Betrugsbetrag – in dem Wissen, dass die Ware überteuert ist.

"Es ist eine Frechheit, was sich diese Firmen erlauben", sagte Marléne Beugger, Fachfrau für Finanz- und Rechnungswesen bei der Bernhard Polybau AG in Langenthal, dem Sender. Ihr passierte nämlich genau das: Sie erhielt im September von der Firma Bemin Handels GmbH aus Pratteln eine Drohung mit gerichtlichen Schritten, falls die Polybau nicht bezahle.

2019 hatte die Bemin der Polybau statt ein paar weniger Arbeitshandschuhe in der Höhe des vermeintlichen Guthabens von 35 Franken gleich ein paar Dutzend für 350 Franken geliefert. "Diese haben wir nie bestellt und sie waren zudem völlig überteuert", ereiferte sich Beugger.

Zu einer echten Stellungnahme war die betrügerische Firma nicht bereit. Am Ende seien folgende Sätze an die Geschädigte geschickt worden: "Die Firma Bemin Handels GmbH befindet sich zurzeit in Vorbereitung der Liquidation. Aus diesem Grund sehen wir von einer Stellungnahme ab."   © 1&1 Mail & Media/spot on news

Vorsicht, Telefonbetrug: Das steckt hinter Call-ID-Spoofing-Attacken - und so sollten Sie reagieren

Immer wieder werden Bürgerinnen und Bürger Opfer von Telefonbetrügern. Die Kriminellen geben sich dabei gerne als Sachbearbeiter der Bank oder als Polizisten aus und drängen ihre Opfer zu einer Handlung. So schützen Sie sich vor der sogenannten Call-ID-Spoofing-Attacke. (Foto: iStock-PeopleImages)