Fünf Jahre nach einem Giftanschlag im englischen Salisbury hat die britische Ex-Premierministerin Theresa May den russischen Präsidenten scharf verurteilt. "Russlands Präsident Wladimir Putin ist ein Opportunist" und nehme zivile Opfer willentlich in Kauf, schrieb sie in der "Sun" (Samstag). "Damals gab es einige, die dachten, Salisbury sei ein Einzelfall, eine Art Irrweg. Das war es aber nicht", hiess es in dem Gastbeitrag weiter.

Mehr Panorama-News

Der Anschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia, den beide knapp überlebten, hatte Grossbritannien damals wochenlang in Aufruhr versetzt. Die britische Regierung und Scotland Yard machten Moskau für den Angriff mit dem Nervengift Nowitschok verantwortlich, der Kreml bestritt das.

Bedrohung durch Russland

May sei sich darüber im Klaren gewesen, dass der Anschlag Teil einer aggressiveren Entwicklung Russlands mit weiteren Konsequenzen gewesen sei, schrieb die konservative Politikerin. Natürlich könne man den Angriff nicht mit der Invasion in die Ukraine vergleichen. Allerdings seien die Prinzipien, mit denen der Westen darauf reagiere die gleichen. "Wir werden die Grundwerte verteidigen, die unsere Lebensweise untermauern, und wir werden alles tun, um Putins Rücksichtslosigkeit und Russlands Bedrohung der internationalen Sicherheit entgegenzutreten."

Zielpersonen überlebten

May war von 2016 bis 2019 britische Premierministerin. Nach dem Attentat 2018 wiesen etliche westliche Länder russische Diplomaten aus. Die Aufarbeitung des Giftanschlags läuft in Grossbritannien noch immer. Eine Untersuchung soll offene Fragen klären - etwa, auf welche Weise die russische Führung involviert war und wie das Nervengift wohin gelangte. Obwohl die Zielpersonen des Angriffs überlebten, gab es damals ein Todesopfer: Eine Britin war rund drei Monate nach dem Anschlag gestorben, nachdem sie und ihr Partner wohl über eine Parfümflasche versehentlich mit dem Gift in Kontakt gekommen waren.  © dpa

JTI zertifiziert

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.