Rassistische Diskriminierung unter Schweizer Jugendlichen nimmt laut einer Bundesstudie immer weiter zu. Besonders ausgeprägt ist das Problem am Arbeitsplatz und im Internet.

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Für den Zeitraum von 2017 bis 2018 hat die Fachstelle für Rassismusbekämpfung einen Bericht zu rassistischer Diskriminierung vorgelegt.

Jüngere Menschen sind demnach besonders häufig betroffen. 38 Prozent der 15- bis 24-Jährigen haben in den letzten fünf Jahren Diskriminierung erlebt – im Jahr 2016 waren es noch 28 Prozent der Jugendlichen.

Diskriminierung im Beruf und im Internet

Im beruflichen Alltag und bei der Stellensuche wird Diskriminierung am häufigsten gemeldet. "Seit Jahren gibt es in diesem Bereich am meisten Beratungsfälle", heisst es in der Studie.

Ein grosses Problem stellen auch rassistische Hassreden im Netz dar. "Rassismus findet heute besonders auch im Internet statt und die Grenzen des Sagbaren scheinen sich im Netz laufend auszudehnen", hält die Studie fest.

Hassreden würden sich besonders "gegen jüngere Menschen, Frauen und Angehörige von Minderheiten" richten. Die Angegriffenen könnten sich dadurch emotional belastet fühlen und einen Kontroll- oder Reputationsverlust erleben.

Hassreden förderten auch "Polarisierungen, Mechanismen der Online-Selbstjustiz und Verbreitung von Desinformation". Sie könnten auch dazu führen, dass sich "Angehörige von angegriffenen Minderheiten aus der Debatte zurückziehen und damit in ihrer Meinungsäusserungsfreiheit beschnitten werden".

Rassismus bereitet Schweizern Sorge

Es sei deshalb wichtig, dass diese Entwicklung debattiert und explizit bearbeitet werde, sowohl von den Medien als auch von Behörden, Beratungsstellen und Politikern. "Denn Online- und Offline-Rassismus stehen in einer ständigen Wechselwirkung."

"Wer sich heute mit Rassismus beschäftigt, muss sich zwingend mit dem Internet und dessen Funktionsweise auseinandersetzen – und wer heute im Netz unterwegs ist, kommt nicht darum herum, sich mit Rassismus zu befassen", lautet eine Schlussfolgerung der Studie.

Jede dritte Person fühle sich "durch als 'anders' wahrgenommene Menschen gestört." Am stärksten ausgeprägt seien dabei die ablehnenden Einstellungen gegenüber Muslimas und Muslimen.

Im Sorgenbarometer 2018 sei das Thema Rassismus beziehungsweise Fremdenfeindlichkeit auf einen neuen Höchstwert von 14 Prozent gestiegen – im Vergleich: 2017 lag der Wert noch bei sieben Prozent. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN