Eigentlich ist die Schweiz mit 50.000 Spitalbetten in zivilen Schutzanlagen gut auf Ernstfälle vorbereitet - sollte man meinen. Der schlechte Zustand der Einrichtungen erschwert ihre Nutzung jedoch.

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Insgesamt 248 geschützte Sanitätsstellen und 94 unterirdische Spitäler gibt es in der Schweiz. Das Land ist neben Israel der einzige Staat, der derartige Einrichtungen vorweisen kann. Ob sie im Notfall nutzbar sind, ist allerdings fragwürdig.

Die Anlagen stammen aus dem kalten Krieg

Die meisten der Anlagen, insbesondere die Spitäler, seien "nicht einsatzbereit", erklärt Laurent Cremieux, der die Einrichtungen für die Eidgenössische Finanzkontrolle begutachtet hat, dem "Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)". Die Anlagen, die grösstenteils im kalten Krieg gebaut und teilweise heute zweckfremd genutzt würden, seien "veraltet und feucht", die Abwasserleitungen funktionierten häufig nicht.

Die Schuld für den schlechten Zustand der vorhandenen Anlagen sieht Cremieux bei den Behörden, denn die Probleme seien durchaus bekannt gewesen. Ein Plan für die heutige Verwendung - etwa zur Pflege von Patienten im Katastrophenfall - sei von der Politik schlicht nicht entwickelt worden.

Christoph Flury, Vizedirektor des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (VBS), nimmt Stellung zur Kritik. Die Frage, "wie man diese Anlagen bei einem Massenanfall von Patienten nutzen könnte", werde nun "konkreter angegangen", so Flury - in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitswesen.

Die Schweiz ist gut auf Ausnahmesituationen vorbereitet

Michael Jordi, Generalsekretär der Gesundheitsdirektorenkonferenz, sieht die Schweiz trotz der Mängel an den vorhandenen Anlagen gut auf Extremsituationen vorbereitet. Im Falle eines Erdbebens könne man sich auf die Kapazitäten der Spitäler verlassen und eventuell - wie in der Coronakrise - nicht dringende Operationen zurückstellen.

Jedes Jahr bekommen die Kantone aufgrund eines veralteten Gesetzes aus dem kalten Krieg vom Bund mehrere Millionen Franken für die Infrastruktur der Anlagen zur Verfügung gestellt. Das VBS überlegt derzeit scheinbar, ob und wie diese im Falle eine erneuten Pandemie genutzt werden könnten. (wag)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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