Innerhalb kürzester Zeit ist die Zahl der Corona-Infizierten in der Schweiz weiter angestiegen. Binnen eines Tages sind 800 neue Fälle bekannt geworden. Vor allem Spitäler stehen vor einem Ausnahmezustand: Das Personal schiebt Überstunden, Betten für Intensivpatienten fehlen.

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Pflegekräfte und Ärzte kommen an ihre Grenzen. Da in der Schweiz immer mehr Menschen erkranken und wegen COVID-19 in Behandlung müssen, arbeiten die Angestellten in den Spitälern ohne Pause. Betten sind bereits überbelegt.

Zu wenig Kapazitäten für den Patienten-Ansturm

Ab Montag sollen Infizierte im Regionalspital La Carità behandelt werden, berichtet "blick.ch". Das Problem: Die 180 zur Verfügung stehenden Betten sind bereits überbelegt. Deshalb richte sich nun die Privatklinik Moncucco in Lugano TI darauf ein, weitere Patienten aufzunehmen.

"Wir stehen vor einer entmenschlichenden Krankheit, die nicht nur die Älteren trifft", sagt der Direktor des Regionalspitals La Carità in Locarno, Luca Merlini. Man bereite sich auf das Schlimmste vor, fügt Vizechefarzt Michael Llamas hinzu.

Für Patienten stehen zu wenig Intensivplätze zur Verfügung: Lediglich elf Betten kommen auf 100.000 Einwohner. Damit liegt die Schweiz auf Rang 25 weltweit, was die Notfallversorgung angeht. Angenommen, 20 Prozent aller Schweizer würden erkranken, bräuchte es ein Zehnfaches an Intensivbetten, berechnet "blick.ch" unter Berufung auf eine Studie des "Katapult"-Magazins.

Verlängerte Schichten für die Spitaler

Die Spitäler kommen ans Ende ihrer Kräfte. Im Spital La Carità würden die Krankenschwestern mittlerweile statt der regulären acht Stunden zwölf Stunden pro Tag arbeiten.

Auch in anderen Spitälern der Schweiz macht man sich auf einen gewaltigen Ansturm bereit, nachdem die Zahl der Infizierten sprunghaft zugenommen hat. Noch habe man keine Probleme, erklärte Eric Bonvin, Generaldirektor des Walliser Spitals "blick.ch". Allerdings gehe der Ansturm jetzt erst los: "Die Situation ändert sich von Stunde zu Stunde. Wir wissen nicht, wie der Verlauf sein wird." (sob)  © 1&1 Mail & Media / SN

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