Aufgrund des Coronavirus steckt das Schweizer Gesundheitswesen zunehmend in der Krise. Der Kanton Zürich ergreift nun besondere Massnahmen.

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Die zunehmenden Infektionen durch das Coronavirus sorgen für Nervosität im Schweizer Gesundheitssektor. Vor allem Spitäler geraten wegen infizierten Ärzten und alarmierten Pflegern an ihre Grenzen. Um das Personal zu entlasten, greift im Kanton Zürich ab Montag (9. März) eine weitere Massnahme.

"Rasches und flexibles Handeln" erforderlich

"Die Gesundheitsdirek­tion bewilligt die Diagnostik von allen Patienten mit dem Coronavirus für alle Ärzte im Kanton Zürich", zitiert "Blick" aus einem Schreiben an die Ärzte im Kanton.

In der Praxis bedeutet das, dass alle Ärzte nun Tests an Patienten durchführen dürfen und eine Heimisolation anordnen können. "Die aktuelle Lage erfordert rasches und flexibles Handeln", begründet der Kanton das Vorgehen.

Das medizinische Personal ist nicht vor einer Ansteckung gefeit. Im Tessin etwa sind bereits drei Pflegefachkräfte positiv auf das Virus getestet worden. Im Kanton Schwyz ist ein leitender Arzt infiziert. In den Kantonen Thurgau und Bern gibt es ebenfalls erste Verdachtsfälle.

Luzern mobilisiert Personal

"Sämtliche Gesundheitsinstitutionen in der Schweiz sind dabei, ihre Kapazitäten auszuweiten", zitiert "Blick" Marco Rossi, Chefarzt Infektiologie im Kantonsspital Luzern. Dort konnten kurzfristig zwölf Isolierungsstationen eingerichtet werden. Rossi glaubt, dass sich das Virus in der Bevölkerung bereits weiter ausgebreitet hat als bisher bekannt ist.

"Wir müssen uns auf eine Extremsituation vorbereiten", so Rossi. Denn es könnte bei Risikopatienten zu schwierigen Krankheitsverläufen kommen. Das Kantonsspital Luzern habe zwar keinen speziellen Notfallplan, aber man versuche frühpensionierte Pflegefachkräfte zu mobileren. Ausserdem könnten Zivildienstler und Spitalbataillone aushelfen.

Kein landesweiter Notfallplan vorhanden

Fünf Zivilschützer sind im Kanton St. Gallen bereits im Einsatz. Unter der Leitung von Zugführer Pascal Müller haben sie im Gesundheitsdepartement ihren Dienst angetreten. Sie stehen am Telefon besorgten Bürger zur Seite. Seit die ersten Corona-Fälle in der Ostschweiz bestätigt wurden, laufen die Leitungen heiss. St. Gallen stehen insgesamt 3.600 Zivilschützer zur Verfügung.

Einen allgemeingültigen Notfallplan gibt es nicht. Von Kanton zu Kanton, von Spital zu Spital sei die Situation anders, stellt Gabi Brenner, Direktorin Pflege am Unispital Zürich klar. Es seien auch Überstunden und eine Erweiterung der Schichten möglich. Ob es zu personellen Engpässen kommen werde, ist noch nicht abzusehen.

Änderungen könne es hingegen bei nicht dringenden Operationen geben. Diese würden dann allenfalls um Wochen verlegt werden, das sei sowohl in Zürich als auch in Luzern geplant. (cam)  © 1&1 Mail & Media / SN

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