Not macht erfinderisch: Um ältere Menschen vor Depressionen zu bewahren, haben sich viele Tessiner Wege einfallen lassen, um einsamen Senioren zu helfen. Dazu gehören Besuchsräume ohne direkten Kontakt, Telefonhotlines und Tablets.

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Die Coronakrise trifft Senioren besonders hart: Sie gehören nicht nur zur Risikogruppe, sondern fühlen sich durch die Isolation auch zunehmend einsam. Viele Tessiner haben Ideen entwickelt, um älteren Menschen in dieser Situation zu helfen, wie das SRF berichtet.

Besuche im Altenheim: Besonderer Raum geschaffen

In der Stadt Lugano gibt es laut dem Bericht mehr als 400 Freiwillige, die für ältere Menschen einkaufen. Quartiervereine und Altersorganisationen haben besonders viel zu tun.

Seit Wochen sind Altenheime für Besucher geschlossen. In Lugano hat das Altersheim "Serena" allerdings einen Weg gefunden, wie die Senioren ihre Besucher trotzdem zumindest sehen können. Der Platz zwischen der ersten und zweiten Schiebetür am Eingang ist nun ein Besuchsraum.

Im Windfang können sich Besucher auf Polsterstühle setzen und durch die Glasscheibe mit den Senioren auf der anderen Seite übers Telefon sprechen. "Sie können sich wirklich sehen, nicht nur übers Tablet kommunizieren, das ist ganz wichtig", erklärt Altersheim-Direktor Paolo Pezzoli gegenüber dem SRF.

In dem Seniorenheim wird auch für weitere Aktivitäten gesorgt. Im Hinterhof treten Musiker und Clowns auf. Die Bewohner können sich von ihren Balkonen aus unterhalten lassen.

Telefonhotline in Lugano

In Lugano wurde ausserdem eigens für ältere Menschen eine Telefonhotline eingerichtet. "Die Isolation vieler älterer Menschen, die jetzt alleine zu Hause sind, macht mir Sorgen", sagt Sabrina Antorini, die in der Stadt für die sozialen Dienste verantwortlich ist. Das Sozialdiensttelefon klingele an manchen Tagen bis zu 200 Mal.

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Viele Senioren brauchen jemanden zum Plaudern

Diese Woche wurde auch eine weitere Telefonhotline an den Start gebracht. Das neue Hilfsangebot stammt von Giampaolo Cereghetti, Präsident der Altersorganisation ATTE, und ist für Menschen über 65 gedacht, die einfach nur plaudern wollen.

"Ich habe Freunde, die Ärzte und Apotheker sind. Sie haben mir gesagt, es gebe viele alte Menschen, die anrufen würden, um Fragen zu stellen. Es gehe ihnen aber nur darum, jemanden zum Plaudern zu haben", erklärt Cereghetti.

Auch alte Tablets, die von Computerfirmen wieder fit gemacht wurden, werden in Altenheime gebracht. Schüler aus Locarno singen so für Senioren und lesen ihnen vor. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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