Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat den in China festsitzenden Auslandschweizern Unterstützung zugesichert. Nur ein leeres Versprechen? "Bei mir hat sich niemand gemeldet", lautet der verärgerte Grundtenor.

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Noch immer verharren zahlreiche Auslandschweizer in dem von Covid-19 befallenen China. Diesen Personen bietet das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) "Unterstützung und konsularische Hilfe". Zumindest wurde es in einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag so kommuniziert. Aber stimmt das auch?

Betroffene kreiden fehlende Unterstützung an

Gegenüber "20min.ch" bestätigte EDA-Sprecher Georg Farago, dass sowohl die Botschaft als auch die Generalkonsulate "per Rundbrief, E-Mail und Telefon" mit den betroffenen Personen in Kontakt stehen würden.

Die Gegenseite behauptet jedoch anderes. Aus einer WeChat-Gruppe mit rund 370 Auslandschweizern heisst es demnach: "90 Prozent von uns haben niemals eine Nachricht vom EDA bekommen." So auch ein Solothurner, der derzeit in Sanya auf der Hainan-Insel festsitzt.

"Bei mir hat sich niemand gemeldet, weder das EDA noch das Bundesamt für Gesundheit", wird der Mann von "20min.ch" zitiert. In seinem Fall seien bereits drei gebuchte Flüge in die Heimat abgesagt und weitere Flugverbindungen von Peking in die Schweiz bis Ende März ausgesetzt worden.

Wer muss die Initiative ergreifen?

Auslandschweizer, die China verlassen möchten, müssten sich nach Angaben des EDA-Sprechers "zuerst selbständig über die lokalen oder alternativen Transportmöglichkeiten informieren" sowie "die verfügbaren kommerziellen Transportmittel nutzen". So sehe es der zentrale Grundsatz der Eigenverantwortung im Auslandschweizergesetz (ASG) vor.

Erst, wenn Personen dazu nicht in der Lage seien, würden die Behörden einschreiten. Doch EDA-Sprecher Farago meint: "Das ist zurzeit aufgrund der Lage in Peking und Shanghai nicht der Fall." (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN

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