Nach dem Ausbruch des Coronavirus in Italien horten die Schweizer nun grosse Mengen Lebensmittel. Neben der steigenden Tendenz zu Hamsterkäufen hält vor allem der Ansturm auf Atemschutzmasken weiter an.

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Zahlreiche Schweizer rüsten sich derzeit mit grossen Mengen an Lebensmitteln aus, mit denen sie über mehrere Wochen auskommen würden. Der Grund: Sie wollen vorbereitet sein, wenn das Coronavirus die Schweiz erreicht.

"Wenn sich das Coronavirus in der Schweiz ausbreitet, werden wohl ganze Dörfer oder sogar Städte abgeriegelt. Spätestens dann kommt es zu Hamstereinkäufen", erklärt eine Mutter gegenüber "20min.ch". Da zu ihrem Haushalt insgesamt acht weitere Personen gehören, wolle sie später nicht mit einer leeren Vorratskammer dastehen.

"Ich kaufe sicher Teigwaren, Essen in Konserven und Wasser. Im Moment haben wir nur ein einziges Kästchen voller Vorrat. Das reicht vielleicht für eine Woche", sagt sie. Auch ausreichend Hygieneartikel wolle sie auf Vorrat haben.

Um Brot auch selbst backen zu können, kaufte eine andere Frau vor allem Teigwaren, Reis, Bratensauce, Mehl und Eier ein. "Ausserdem haben wir eine grosse Tiefkühltruhe, um Fleisch und Tiefkühlprodukte mit Gemüse oder Früchten einzufrieren", erklärt sie. Da die Frau mit Lieferengpässen rechne, habe sie ihren Einkauf bereits jetzt getätigt.

Lebensmittel mit langer Haltbarkeit sind gefragt

Albert Jauch geht ebenfalls von einem grossen Ansturm in der nächsten Zeit aus. Um diesen zu umgehen, habe er bereits für einen Notvorrat für sich und seine Frau gesorgt: "Wir haben vor allem lang haltbare Lebensmittel wie Teigwaren, Reis, Schokolade und Konserven gekauft." Auf Abwechslung beim Essen komme es für die beiden Pensionäre nicht an. "Wir sind da nicht so wählerisch."

Um einen Notstand an Lebensmitteln zu vermeiden, bereiten sich auch Grossverteiler wie Aldi Suisse auf das Coronavirus vor. Im Tessin seien bereits vermehrt Hamsterkäufe getätigt worden. "Vor allem Artikel mit langer Haltbarkeit sind gefragt. Im Tessin werden diese Waren deshalb aufgestockt", verrät Sprecher Philippe Vetterli.

Keine Atemschutzmasken mehr

Während bei den Lebensmitteln der grosse Ansturm erst bevorsteht, kam es bei Atemschutzmasken bereits zu zahlreichen Lieferengpässen. In vielen Apotheken und Drogeriemärkten sind diese überwiegend ausverkauft. Und das ausgerechnet jetzt, wo das Coronavirus der Schweiz so nah ist. Der Ausbruch der infektiösen Krankheit in Italien beunruhigt die Schweizer. Vor allem bei der Online-Drogerie McDrogerie.ch gab es am vergangenen Wochenende viele Nachfragen zu Atemschutzmasken.

"Innerhalb von zehn Stunden haben wir über 50.000 Atemschutzmasken eines Typs verkauft, über den ganzen Tag hinweg wurden über 100.000 Stück davon bestellt", verrät Geschäftsführer Frank Marent gegenüber "20min.ch". Eine Person bestelle dabei im Durchschnitt um die 100 Masken. Die Drogerie liefert Bestellungen ausschliesslich innerhalb der Schweiz.

Kein Nachschub in Sicht

Auch in der Bahnhofsapotheke Schaffhausen sei der Vorrat an Atemschutzmasken aufgebraucht. "Wir haben in den letzten zwei Wochen wohl zwischen 200 und 300 Masken verkauft", erklärt Apotheker Patrik Bolliger. Zudem hätten Kunden Hamstereinkäufe tätigen wollen, um so viele Masken wie möglich zu ergattern. "Wir haben aber nicht gleich unser ganzes Lager herausgegeben."

Mit einem schnellen Nachschub sei aktuell nicht zu rechnen. Denn auch viele der Lieferanten hätten derzeit keine Masken mehr auf Lager. Bolliger geht davon aus, dass erst wieder Atemschutzmasken geliefert werden können, sobald sich die Situation in China beruhigt habe. Denn dort werde der Grossteil davon produziert – und auch benötigt. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN