Milliardär Radovan Vitek soll den Veranstalter des Frauen-Weltcup-Rennens in Crans-Montana unter Druck gesetzt haben. Dem berüchtigten Geschäftsmann droht Ungemach - allerdings von anderer Seite.

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Radovan Vitek hält die Bewohner von Crans-Montana im Kanton Wallis in Schach. Der Immobilienmogul aus Tschechien ist bekannt für seine dubiosen Machenschaften. Aus Angst, den 48-Jährigen als Investor und wichtigen Arbeitgeber verlieren zu können, ist die Gemeinde bislang jedoch nicht gegen ihn vorgegangen.

Und so soll es im Februar zu einem weiteren Vorfall gekommen sein, wie jetzt bekannt wurde. Angeblich hat Philippe Magistretti, ein Unterstützer Viteks, eine Droh-Mail an den Veranstalter des Frauen-Weltcup-Rennens gesendet: "Entweder organisiert die Bergbahn-Betreiberfirma CMA [A. d. Red.: unter Viteks Leitung] die Durchführung und die Bewirtung, oder das Skigebiet bleibt während der Daten der Weltcup-Skirennen geschlossen", zitiert der "Blick" aus der Mail.

Erpressung oder Freundschaftsdienst?

Tatsächlich wurde dem ursprünglich beauftragten Catering-Betrieb der Auftrag entzogen. CMA übernahm die Bewirtung. Von Erpressung will Magistretti aber nichts wissen. Er versichert der Zeitung, dass die Sache "freundschaftlich" verlaufen wäre.

"Wir haben pro Renntag 10.000 Skifahrer auf der Piste, die uns 300.000 Franken Umsatz bescheren", heisst es in seinem Statement. Hätte Milliardär Vitek die Lifte wie im Jahr zuvor abgestellt, wäre ihm eine Menge Geld durch die Lappen gegangen.

US-Investor erhebt Betrugsvorwurf

Unabhängig von diesem Fall könnte Vitek bald auf der Anklagebank landen. Die US-amerikanische Investmentfirma Kingstown Capital Management hat den Rüpel-Milliardär im Visier. Sie will ihn laut "Blick" "wegen angeblichen Milliarden-Betrugs in Luxemburg vor Gericht bringen". (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN