In der Schweiz finden so viele Kundgebungen wie noch nie statt. Darüber sind nicht nur Anwohner, Pendler und Touristen verärgert. Einige Geschäfte in den Innenstädten klagen deswegen über finanzielle Einbussen.

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In den Schweizer Städten wird so viel demonstriert wie noch nie. In Bern finden dabei die meisten Demonstrationen statt. Dort wird in diesem Jahr voraussichtlich die Zahl von 300 Kundgebungen überschritten, wie die "SonntagsZeitung" berichtet.

Für Bern bedeutet das sechs Kundgebungen pro Woche. An manchen Wochenendtagen wurden sogar vier Demonstrationen gleichzeitig abgehalten. Dabei sind nicht alle bewilligt.

Potenzielle Kunden suchen das Weite

Darüber ärgern sich nicht nur Pendler, Anwohner und Besucher: Manche Läden sind in ihrer Existenz bedroht. Die Zürcher Edel-Boutique Escada musste in der vergangenen Woche ihre Kundinnen per Brief über die Geschäftsschliessung informieren.

Der Grund: Vor dem Geschäft seien weniger Parkplätze vorhanden. Ein weiteres Problem seien Baustellen und die vielen Kundgebungen. "Demonstrationen jeden Samstag halten die Kunden davon ab, in die City zu kommen", heisst es. "Wir sind gezwungen, an solchen Samstagen das Geschäft ganz oder vorzeitig zu schliessen."

Forcieren Demos das Online-Shopping?

Milan Prenosil, Chef der Confiserie Sprüngli und Präsident der Zürcher City-Vereinigung, spricht bei bestimmten Demonstrationen von Umsatzeinbussen in Höhe "von mehreren hunderttausend Franken".

Es sei für viele Menschen zu mühsam, zum Einkaufen in die Stadt zu kommen. Denn dauernd seien Strassen gesperrt und Tram-Linien würden umgeleitet werden. Manche Einkäufer hätten zudem Angst vor gewalttätigen Demonstranten.

Unternehmer befürchten nun, dass der Trend zum Online-Shopping durch Demonstrationen noch verstärkt wird. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN