In Skigebieten kommt es vor den Gondeln immer wieder zu Gedränge und Menschenansammlungen. In Zermatt patrouilliert nun die Polizei und überwacht die Wintersportler. Auch in Saas-Fee wurden weitere Massnahmen ergriffen.

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Die Corona-Regeln gelten auch beim Wintersport: Seit Sonntag überwacht die Regionalpolizei die Talstation im Wintersportgebiet Zermatt, wie "20min.ch" berichtet. In den sozialen Medien waren am Vortag Bilder aufgetaucht, die dichtes Gedränge vor den Gondeln zeigten.

Eine ähnliche Situation ereignete sich in Saas-Fee: "Als ich abends nach einem gelungenen Skitag den Alpin-Express zurück ins Dorf nehmen wollte, musste ich über eine Stunde im Gedränge warten", erzählt ein Solothurner.

Mitarbeitende der Bergbahn hätten die Wintersportler immer wieder auf die geltenden Regeln aufmerksam gemacht, aber nicht alle hielten sich an die Aufforderung.

Infektiologe Andreas Cerny nennt solche Situationen riskant. "Ich würde meinen, dass hier die Ansteckungsgefahr höher ist als in einer Bar, einem Restaurant oder an einem Konzert mit korrekt umgesetztem Schutzkonzept", sagt er. Solche Ballungszentren sollten vermieden werden, "weil zum jetzigen Zeitpunkt rekordmässig viele infizierten Personen unter uns sind und sich das Virus unter den dargestellten Umständen leicht von einer Person auf die andere überträgt".

Nur "Momentaufnahme"? Erscheinen der Polizei in Zermatt zeigt Wirkung

"Solche Bilder könnten auch in jeder Stadt am Bahnhof, an Tramhaltestellen und Einkaufszentren gemacht werden", rechtfertigt sich hingegen Markus Hasler, Chef der Zermatt Bergbahnen AG.

Demnach seien die Fotos lediglich eine "Momentaufnahme" gewesen. Sie stammten vom frühen Samstagmorgen noch vor Betriebsbeginn. "Hier fielen die Corona-Massnahmen kurzzeitig dem Herdentrieb zum Opfer", erklärt er. Das Schutzkonzept werde während des gesamten Betriebes aber immer eingehalten.

Das Unternehmen reagierte dennoch und schaltete die Polizei ein. "Am Sonntagmorgen wurde der geforderte Abstand von allen Anwesenden eingehalten, niemand hat gedrängelt – es ist erstaunlich, was die Uniform bewirken kann", erzählt Hasler.

Corona-Massnahmen in Saas-Fee verschärft

Auch in Saas-Fee wurde aufgerüstet: Die interne Corona-Security besteht statt zehn nun aus zwölf Personen. Simon Bumann, Chef der Saastal Bergbahn AG, spricht trotz ergriffener Massnahmen ähnlich wie Markus Hasler aus Zermatt von einer "Momentaufnahme einer im stetigen Fluss befindenden Anstehschlange".

Man habe die Anstehschlangen nun nach draussen verlegt und Absperrgitter installiert, die die Menschen besser verteilen sollen.   © 1&1 Mail & Media/spot on news

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