Am vergangenen Samstag konnte eine Wasserrettungs-Drohne der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) einem 13-jährigen Jungen im Bodensee das Leben retten. Bei der Schweizer Wasserrettung kommen die technischen Hilfsmittel hingegen noch nicht zum Einsatz, hier stehen andere Massnahmen im Vordergrund.

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Seit einer Woche arbeitet die DLRG auf der deutschen Seite des Bodensees mit Drohnen. Am Samstagnachmittag wurde durch den Einsatz eines dieser Flugobjekte ein Junge vor dem Ertrinken bewahrt.

Der 13-Jährige war mit zwei weiteren Jungen zu einem Floss geschwommen, auf dem Rückweg zum Ufer verliessen ihn seine Kräfte. Die freiwilligen DLRG-Rettungsschwimmer registrierten den Notfall und schickten die Drohne über das Wasser.

In kürzester Zeit erreichte sie den Jungen und setzte eine sich selbst aufblasende Schwimmhilfe von oben ab. Der Bub konnte sich daran festhalten, schwamm mit seinen Freunden zurück und blieb unverletzt.

In zehn Sekunden bereit zum Abflug

Clemens Menge, Vorsitzender der DLRG, zeigte sich im Interview mit "20 Minuten" sehr zufrieden über seine neuen "Teammitglieder". Sie würden eine grosse Hilfe darstellen.

"Wir hatten die Technik zwar schon länger im Auge, aber bei früheren Modellen dauerte es sehr lange, bis sich die Drohnen mit den Mobilfunkgeräten verbunden hatten und startbereit waren." Dies habe sich nun geändert, die Drohnen seien innerhalb von zehn Sekunden bereit zum Abflug.

Ein Boot oder ein Rettungsschwimmer seien durch die Minihelikopter aber nicht zu ersetzen. Man müsse in der jeweiligen Situation abschätzen, was oder wen man einsetze, so Menge.

Zieht die Schweiz nach?

Auf der Schweizer Seite des Bodensees kommen die Drohnen derzeit noch nicht zum Einsatz und scheinen auch noch kein Thema zu sein. Man würde mit den vorhandenen Mitteln schnell an den jeweiligen Notfallort kommen, sagte Daniel Meili, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau. "Wir behalten den technologischen Fortschritt in Deutschland aber im Auge."

Auch die Schweizerische Lebens-Rettungs-Gemeinschaft (SLRG) hat sich mit den Drohnen beschäftigt. Die SLRG werde aber vorerst ebenfalls auf den Einsatz verzichten, sagte ihr Sprecher Philipp Binaghi. Ihr Fokus liege vor allem auf der Unfallprävention, die man unter anderem mit Aufklärungskampagnen fördern wolle. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN