Sie wollte ihren Enkel beschützen und ist wohl einem Betrüger auf den Leim gekrochen: Eine Grossmutter aus Lausanne räumte für die Versprechungen eines angeblichen islamischen Heilers ihr gesamtes Konto leer.

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Weil ihr das Wohl ihres Enkels am Herzen lag, schenkte eine Schweizer Seniorin den Versprechungen eines angeblichen Marabout Glauben. Marabouts sind in Nord- und Westafrika islamische Heilige, die dort hohes Ansehen geniessen und von gläubigen Menschen verehrt werden. Für die Gebete des angeblichen Heilers aus Guinea zahlte die Grossmutter insgesamt 186.000 Franken.

Erstes Treffen im Luxushotel

Die Lausannerin hatte den Afrikaner über das Internet kennengelernt, wie "20 Minuten" berichtet. Schon bei ihrem ersten Treffen in einem Luxushotel im Januar 2008 kassierte der islamische Heiler demnach 9.000 Franken von der Schweizerin, weitere Überweisungen folgten. Dabei liess er sie wohl in dem Glauben, das Geld diene lediglich als Sicherheit und würde ihr am Ende zurückerstattet.

Im vergangenen Dezember wurde der Mann schliesslich verhaftet. Bis heute bestreitet er nach Informationen von "20 Minuten" die Vorwürfe. Doch Telefonangaben, Rechnungsbelege und Zahlungsbelege der Bank sprechen gegen ihn. Über seinen Anwalt habe er mehrmals seine Unschuld beteuert und eine Kaution von 6.000 Franken angeboten. Wegen Flucht- und Absprachegefahr lehnte das Kantonsgericht den Antrag aber ab.

Gibt es weitere Opfer in Frankreich?

Nicht nur in der Schweiz könnte der vermeintliche Marabout seine Betrüger-Masche abgezogen haben. Da der Beschuldigte eine Aufenthaltsbewilligung in Frankreich besitzt, ermitteln die Schweizer Behörden nun auch dort. Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht dem Mann eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr. (kms)  © 1&1 Mail & Media / SN