Nachdem 50 Rekruten aus der Kaserne Jassbach vergangene Woche eine Lebensmittelvergiftung erlitten, meldet sich nun ein ehemaliger Angehöriger der Armee zu Wort. Die hygienischen Vorschriften seien "alles andere als eingehalten" worden.

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Am Donnerstagmittag mussten 50 Rekruten aus der Kaserne Jassbach im Kanton Bern ins Spital eingeliefert werden. Grund war eine Lebensmittelvergiftung. Dies berichtet "20min.ch". Momentan werde untersucht, ob das Essen vom Vortag die Ursache für Durchfall und Erbrechen sei.

Mangelnde Hygiene in der Küche

Ein ehemaliger Funkaufklärer-Rekrut erzählte im Interview mit dem Nachrichtenportal, dass es auch schon früher Hygienemängel gegeben habe. Er habe in der Kaserne Jassbach die Winter-Rekrutenschule 2018 absolviert.

"Das Poulet wurde jeweils am Vortag als Schenkel serviert. Da davon aber immer etwas übrig blieb, nahmen es die Köche auseinander und setzten es uns am nächsten Tag wieder vor", sagte der 22-Jährige. "Das Poulet wurde darauf zum Abendessen – und damit zum dritten Mal – serviert. Dass sich dabei Salmonellen und weitere Bakterien entwickeln, dürfte jedem klar sein."

Kritik auch an medizinischer Versorgung

"Um die Gesundheit scheren sich die Armeeverantwortlichen dort oben nicht." Der ehemalige Rekrut kritisierte auch die medizinische Versorgung. In Jassbach sei kein Arzt stationiert. Erkrankte müssten nach Thun gebracht werden. "Wir hatten alle Lungenbrennen. Ein Kamerad hustete so krass, dass wir glaubten, er werde da oben noch sterben."

Armee-Sprecherin Delphine Allemand äusserte sich auf Anfrage von "20min.ch" zu den Vorwürfen. "In den Küchen der Armee gelten die zivilen Hygienestandards." Das Hygieneniveau in den Küchen sei durchwegs gut bis sehr gut. Zur Menge neu aufbereiteter oder wieder aufgetischter Gerichte werde "keine Statistik geführt".

Im Rahmen der Selbstkontrolle prüfe der Küchenchef jedoch täglich die Lagerung, Produktion und Reinigung. "Zusätzlich kontrollieren seine Vorgesetzten wöchentlich und das Lebensmittelhygiene-Inspektorat der Armee periodisch die Küchenhygiene", sagte Allemand. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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