Im Streit um Gottesdienst-Schilder für die "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" im brandenburgischen Templin hat nun das Gericht das letzte Wort. Die Anhänger der Bewegung konnten sich am Mittwoch in einem Zivilverfahren am Landgericht Frankfurt (Oder) nicht gütlich mit dem Brandenburger Landesbetrieb Strassenwesen einigen.

Es geht um die Aufstellung von Hinweisschildern an den vier Ortseingängen von Templin, auf denen neben der Abbildung des angeblichen göttlichen Wesens die "Nudelmesse" des Vereins für jeden Freitag um 10 Uhr angekündigt wird.

Der Verein beharrte darauf, dass er im Beisein des Templiner Bürgermeisters Detlef Tabbert mit Vertretern der Behörde am 9. Dezember 2014 eine entsprechende zivilrechtliche mündliche Vereinbarung geschlossen hatte. Das bestreitet der Landesbetrieb Strassenwesen, wie Vertreter der Behörde vor Gericht bekräftigten.

Die Richterin in dem Zivilprozess hat für den 13. April einen Verkündungstermin angesetzt. Der Verein "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" kündigte bereits an, bei einem Scheitern ihrer Klage die nächste Instanz zu bemühen.

"Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" ist eine Religionsparodie

Die "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" ist im Jahr 2005 in den USA entstanden, um eine Schulbehörde zu verspotten. Die Anhänger verehren das fliegende Spaghettimonster als Gottheit. Dahinter steckt eine Religionsparodie des amerikanischen Physikers Bobby Henderson, der damit die Anhänger des sogenannten "Intelligent Design" auf die Schippe nimmt.

Diese - vor allem in den USA umgreifende "Wissenschaftsrichtung" - geht davon aus, dass das Universum, die Erde und die Menschheit von einem intelligenten, nicht nachweisbaren Wesen erschaffen wurden. Eine perfekte Vorlage für Henderson, diesen Schöpfer als Knäuel weichgekochter Spaghetti darzustellen.

So verehren die sogenannten "Pastafaris", die Anhänger dieser Spass-Religion, Henderson selbst als Propheten und tragen zur Ausübung ihrer "Religion" Nudelsiebe auf dem Kopf.

Doch dieser Spass hat auch Auswirkungen auf das reale Leben: Einige Mitglieder liessen sich mit besagten Sieben auf amtlichen Ausweisen ablichten, die ausdrücklich das Tragen von Kopfbedeckungen zu religiösen Zwecken erlauben.

Viele Fälle landeten vor Gericht. So durfte beispielsweise ein Österreicher seinen Führerschein mit Nudelsieb-Bild nach drei Jahren in Empfang nehmen. (dpa/mgb/tfr)