• Die Blicke richten sich auf den Regenradar.
  • Doch bislang hilft das Wetter beim Kampf gegen den Waldbrand in der Sächsischen Schweiz kaum.

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Bei dem verheerenden Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz ist weiter keine richtige Entspannung in Sicht. "Nach leichtem Regen im Einsatzgebiet am frühen Morgen gab es am frühen Nachmittag einen kurzen, aber ergiebigen Schauer. Die Kameraden der Feuerwehr hoffen immer noch auf stärkere Niederschläge mit spürbarer Auswirkung auf Brandverhalten und allgemeine Lage", teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Samstagnachmittag in Pirna mit.

Auch auf tschechischer Seite ist die Feuerwehr noch immer im Dauereinsatz. Dagegen entspannte sich die Lage im Waldbrandgebiet im Süden Brandenburgs an der Grenze zu Sachsen.

In Arzberg (Landkreis Nordsachsen) verschaffte sich am Samstagnachmittag der sächsische Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) einen Überblick. Dabei machte er den Menschen in den betroffenen Gebieten Mut. "Wir halten hier zusammen. Wir werden diese schwere Krise meistern."

Michael Kretschmer verschafft sich in Arzberg einen Überblick

Kretschmer zeigte sich emotional berührt: "Das nimmt mich deswegen mit, weil es meine sächsische Heimat ist, weil ich sehe, wie die Menschen hier auch leiden, wie sie an der Grenze der Erschöpfung sind." Bei ihm seien die Bilder aus dem Hochwasser von 2002 wieder präsent, als er selbst als Katastrophenhelfer bei den Maltesern mitgewirkt habe. Er spüre jetzt auf einmal wieder diese Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit, aber auch die Kraft, die es damals gab.

In der Sächsischen Schweiz bekämpften am Samstag 560 Einsatzkräfte das Feuer. Diese Zahl soll voraussichtlich das ganze Wochenende gehalten werden. Inzwischen sind 13 Hubschrauber für Löschflüge vor Ort. Zudem sind Quads geordert worden, mit denen die Löschtrupps einfacher und schneller versorgt werden können, hiess es.

Am Freitagabend waren bei einem Erkundungsflug eines Hubschraubers weitere Brände mit starkem Rauch entlang der deutsch-tschechischen Grenze entdeckt worden; unter anderem im Bereich der Partschenhörner, am Grossen Winterberg und am Kleinen Zschand. "Diese werden derzeit aktiv gelöscht", gab das Landratsamt am Samstagnachmittag bekannt. Dabei greife man vor allem auf Löschhubschrauber zurück.

Die Hubschrauber löschen nicht nur auf sächsischem Gebiet, sondern auch auf der tschechischen Seite, hiess es weiter. Zudem sei mit Tschechien vereinbart worden, dass Helikopter im jeweils anderen Gebiet Wasser aufnehmen und das Landesgebiet in kürzester Richtung zum Einsatzort überfliegen können.

In Bad Schandau und Sebnitz gilt Katastrophenalarm

Das verheerende Feuer im Elbsandsteingebirge war am vergangenen Wochenende im Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien ausgebrochen und hatte am Montag auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen. In den Städten Bad Schandau und in Sebnitz gilt Katastrophenalarm. Nach neuen Erkenntnissen sind auf deutscher Seite etwa 150 Hektar Wald von dem Brand betroffen.

Nach Angaben der Behörden sind bisher vier Feuerwehrleute bei dem Einsatz verletzt worden. Zwei von ihnen mussten stationär behandelt werden. Verletzte unter der Bevölkerung gebe es bislang nicht.

Auf tschechischer Seite im Nationalpark Böhmische Schweiz verstärkte die Feuerwehr ihren Einsatz. Aus ganz Tschechien wurden am Samstag 220 zusätzliche Kräfte zusammengezogen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Zahl der Feuerwehrleute bei dem Einsatz sei damit auf mehr als 650 gestiegen. Der Waldbrand wütet auf einer Fläche von 10,6 Quadratkilometern, wie Satellitenbilder bestätigten. Der Nationalpark Böhmische Schweiz grenzt direkt an die Sächsische Schweiz an.

"Wir werden aktiv in die Glutnester gehen, sie mit Wasser übergiessen und den Boden aufhacken", sagte Feuerwehrsprecher Lukas Marvan im tschechischen Fernsehen. Unterstützt werden die Löscharbeiten von acht Hubschraubern und fünf Löschflugzeugen. Der Zutritt zu grossen Teilen des Nationalpark-Gebiets wurde inzwischen verboten, um Schaulustige fernzuhalten.

Im Waldbrandgebiet im brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis an der Grenze zu Sachsen hat sich die Lage nach offiziellen Angaben dagegen entspannt. Auf einer Fläche von 500 Hektar gebe es noch einzelne Glutnester, die gelöscht werden müssten, hiess es am Samstagmorgen vom Verwaltungsstab des Landkreises. (dpa/fra)