Seit Dienstagnacht bebt die Erde im Kanton Wallis. Rund sieben Kilometer südöstlich des Sanetschpasses hat der Schweizerische Erdbebendienst (SED) am Donnerstag erneut ein Beben der Stärke 3,4 auf der Richterskala gemessen - das bisher stärkste in diesem Gebiet.

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Das Zentralwallis kommt nicht zur Ruhe: Bereits in den vergangenen Tagen wurde das Gebiet nördlich von Sion von Erdbeben erschüttert. Seit der Nacht auf Dienstag war gemäss des Erdbebendienstes bei Savièse (VS) ein "aussergewöhnlich aktiver Erdbebenschwarm" zugange, berichtete "20min.ch".

Die stärksten Beben hätten Messwerte zwischen 3,0 und 3,4 erreicht und seien vereinzelt bis ins Berner Oberland wahrgenommen worden. Am Donnerstagabend um 19:35 Uhr wurde die Erde erneut erschüttert, dieses Mal rund sieben Kilometer südöstlich des Sanetschpasses mit einer Stärke von 3,4 auf der Richterskala.

Die Erdbebenserie fällt aus dem Raster

Seit des Starts der Erdbebenserie seien mehr als 140 Beben aufgezeichnet worden - das ist fast ein Zehntel aller in diesem Jahr in der Schweiz registrierten Erdbeben. Schäden gab es bislang keine. Dass Erdbeben direkt aufeinander folgen, sei normal, aber die immense Häufung der Beben bezeichnet selbst der SED als "eher ungewöhnlich".

Nur selten ereigneten sich so viele spürbare Beben in einer Region über eine so kurze Zeitspanne. Eine Prognose über den weiteren Verlauf lasse sich daraus aber nicht ableiten.

Beben auch in Italien

Am Donnerstag bebte die Erde auch in Mittelitalien. Die Stärke lag nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie bei 4,4, berichtet "20 Minuten". Das Zentrum befand sich fünf Kilometer südöstlich von Balsorano in der Provinz L'Aquila in 14 Kilometern Tiefe. Schäden wurden zunächst noch nicht bekannt.

Wie geht es weiter?

In den nächsten Tagen ist mit weiteren Beben zu rechnen. Diese werden durch die Plattentektonik ausgelöst. "Das Beben findet auf einer bekannten Verwerfung statt", bestätigt der SED auf seinem Twitter-Account.

1946 das letzte grosse Schadensbeben

Bereits das letzte grosse Schadensbeben in der Schweiz ereignete sich nördlich von Sitten. Es hatte eine Magnitude von 5,8 und ereignete sich am 25. Januar 1946. Damals gab es vier Todesopfer, 1500 Gebäude wurden zerstört. Die Schadenssumme belief sich nach heutigem Wert auf 26 Millionen Schweizer Franken.

Das Wallis ist die Region mit der höchsten Erdbebengefährdung, gefolgt von Basel, Graubünden, dem St. Galler Rheintal und der Zentralschweiz. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

Philippinen: Mehrere Tote bei Erdbeben

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