Interne Auseinandersetzungen, Behandlungsfehler und eine erhöhte Sterberate: Das Kinderspital Zürich muss sich nun vor der Gesundheitsdirektion rechtfertigen - und bleibt unter Beobachtung.

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Wegen eines Artikels eines Schweizer Medienunternehmens gerät das Kinderspital Zürich (Kispi) ins Visier der Kantonsbehörden. Demnach haben Patienten mit einem bestimmten Herzfehler eine weniger als halb so grosse Überlebensrate wie in anderen Krankenhäusern. Jetzt muss die Leitung eine Stellungnahme vorlegen und einen Fragenkatalog beantworten.

Es gibt "gewisse Probleme"

Aus dem Artikel, den die Redaktion CH Media vor zwei Wochen veröffentlicht hat, geht Folgendes hervor: Im Kispi starben 39 Prozent der erfassten Kinder mit dem hypoplastischen Linksherzsyndrom. Im holländischen Utrecht waren es 19 Prozent und im deutschen Giessen 15 Prozent.

Nach einer Sitzung, bei der der Kanton die Verantwortlichen dazu befragt hatte, veröffentlichte die Behörde eine Stellungnahme, in der es heisst, dass das Kinderspital glaubhaft gemacht habe, "dass die Qualität gewährleistet sei".

Dennoch müsse das Spital daran arbeiten, "die Situation im Bereich Zusammenarbeit der bei den Behandlungen involvierten Personen weiter zu verbessern". Der Gesundheitsdirektion müsse "regelmässig Bericht erstattet" werden. Diese werde "die Situation im Auge behalten und bei Bedarf weitere Schritte ergreifen".

Details gibt der Kanton jedoch nicht preis. Der Direktor der Chirurgie, Martin Meuli, hatte zuvor in der SRF-Sendung "10vor10" "gewisse Probleme" eingestanden. "Ja, das ist nicht erst seit gestern so", zitiert ihn die Luzerner Zeitung. (kms)  © 1&1 Mail & Media / SN