Thun wird erneut von einer Mückenplage heimgesucht: Nachdem die Bewohner bereits im vergangenen Jahr unter einer Invasion der sogenannten Kriebelmücke leiden mussten, schwirren die kleinen Tiere in diesen Tagen erneut durch die Innenstadt.

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Die Bewohner Thuns hatten gehofft, dass es sich um ein einmaliges Ereignis handelte: Im Spätsommer 2018 hatten Schwärme von Kriebelmücken die Stadt fest im Griff. Doch nun sind die lästigen Tiere zurück: "Am Sonntag war es wieder der Horror mit den Viechern", erzählt eine Serviceangestellte, die auf dem Thuner Mühleplatz arbeitet, in einem Interview mit "20 Minuten".

Mückenplage vom Vorjahr wirkt sich aus

Zwar seien es bisher weniger als im Vorjahr, jedoch hätten sie sich auf einem grösseren Gebiet der Stadt verbreitet, so die Servicemitarbeiterin. "Dank der grossen Verbreitung im letzten Jahr sind heuer besonders viele Eier und Larven vorhanden gewesen", erklärte der Zoologe Christian Kropf vom Naturhistorischen Museum Bern gegenüber der Zeitung. Er wundere sich allerdings, dass die Kriebelmücken in Thun heuer viel früher als im Vorjahr unterwegs seien. Womöglich sei es eine erste Generation, die in diesem Jahr schlüpfte, vermutet der Experte. Eine zweite Generation könnte demnach folgen.

"Augen zu und durch"

Auch dass es sich um eine andere Mückenart handle, wäre laut Kropf denkbar. "Das wäre noch genau zu untersuchen." Ob die geschlüpften Mücken nun wiederum ideale Bedingungen vorfinden, um auch für den Sommer 2020 vorzusorgen, sei noch nicht klar: "Lassen wir uns überraschen."

Die Thuner wollen sich das aktuelle sommerliche Wetter durch die Mücken aber nicht verderben lassen, wie die Serviceangestellte "20 Minuten" bestätigt: "Augen zu und durch."

Sie beissen zu

Kriebelmücken stammen ursprünglich aus Skandinavien. Seit einigen Jahren fühlen sie sich auch in südlicheren Gebieten wohl. Die kleinen Mücken sind etwa zwei bis sechs Millimeter gross und sehen auf den ersten Blick wie harmlose kleine Fliegen aus.

Im Gegensatz zu Stechmücken beissen Kriebelmücken zu und trinken aus den kleinen Löchern in der Haut Blut. Durch den giftigen Speichel der Mücken gelangen blutverdünnende Substanzen in die Wunde, was zu allergischen Reaktionen, Rötungen und Schwellungen führen kann. Durch den direkten Kontakt der Kriebelmücke mit dem menschlichen Blut steigt das Risiko für Infektionen. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN